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Ausland

Die meisten Depressionen in ärmeren Ländern wie Afghanistan

Mittwoch, 10. Oktober 2012

In Afghanistan leiden rund die Hälfte der Bewohner über 15 Jahren an psychischen Problemen dpa

Genf – Depressionen sind nicht nur in den komplexen Dienstleistungsgesellschaften ein häufiges Problem. Von den weltweit 350 Millionen Menschen mit mentalen Erkrankungen leben drei Viertel in ärmeren Ländern. Nur ein Bruchteil dieses Patienten hat derzeit Aussicht auf Anerkennung und angemessene Behandlung seines mentalen Leidens. Anlässlich des 20. World Mental Health Day fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Ende der Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.

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Der World Mental Health Day wurde 1992 von der World Federation for Mental Health ins Leben gerufen. Diese heute kaum noch bekannte Organisation wurde 1948 von dem kanadischer Psychiater Brock Chisholm gegründet, der zwischen 1948 und 1953 der erste Generaldirektor der WHO war. Zu einer bedeutsameren Organisation hat sich in den letzten Jahren Grand Challenges Canada entwickelt, die mit Unterstützung der kanadischen Regierung psychiatrische Betreuungen in Entwicklungsländern finanziert. Erst dieser Tage wurde ein neues Programm über 19,4 Millionen Dollar gestartet. Es soll Projekte in den Krisenländern Afghanistan, Haiti, Äthiopien und Nigeria finanzieren.

Afghanistan gehört nach Einschätzung von Grand Challenges Canada zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Anteil an mentalen Erkrankungen in der Bevölkerung. Die Bevölkerung leidet unter den Folgen von 30 Jahren Krieg. Etwa 50 Prozent der Erwachsenen würden unter Depressionen, Angstzuständen oder posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

Außerhalb von Kabul gebe es in dem armen Land jedoch so gut wie keine Behandlungsmöglichkeiten. Auch in Haiti leiden viele Erwachsene, die das Erdbeben und die folgende Cholera-Epidemien überlebt haben, unter mentalen Erkrankungen. In den ländlichen Regionen Äthiopiens ist nach Erfahrung von Grand Challenges Canada häusliche Gewalt ein häufiger Grund für mentale Erkrankungen, und in Nigeria soll ein Viertel aller Patienten, die in den lokalen Gesundheitszentren arbeiten, psychisch erkrankt sein. © rme/aerzteblatt.de

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