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Medizin

Neuer Tumormarker des Mesothelioms

Donnerstag, 11. Oktober 2012

New York – US-Mediziner haben möglicherweise einen zuverlässigen Tumormarker für das Mesotheliom entdeckt. Der asbest-induzierte Tumor setzt das Protein Fibulin-3 frei. Es ist in erhöhter Konzentration im Pleuraerguss und auch im Plasma nachweisbar. Die Bestimmung im Pleuraerguss lieferte in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 367: 1417-1427) auch prognostische Informationen.

Die 92 Patienten mit Pleuramesotheliom, über die Harvey Pass vom NYU Langone Medical Center in New York und Mitarbeiter berichten, hatten vierfach höhere Konzentrationen von Fibulin-3 im Plasma als 136 Kontrollpersonen, die zwar mit Asbest exponiert waren, aber (bisher?) keinen Tumor entwickelt hatten. Bei einem Cut-off-Wert von 52,8 ng/ml ermittelten die Mediziner eine Sensitivität von 96,7 Prozent und eine Spezifität von 95,5 Prozent. Fibulin-3 könnte damit bisher bekannte Marker wie das „Mesothelin-related protein“ bei weitem übertreffen.

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Im Pleuraexsudat konnte Fibulin-3 klar zwischen Patienten mit Mesotheliom im Frühstadium und anderen Ursachen unterscheiden. Bei einem Cut-off-Wert von 46 ng/ml wurden eine Sensitivität von 100 Prozent und eine Spezifität von 94,1 Prozent für die Mesotheliomdiagnose erreicht. Das Protein konnte immunhistochemisch in allen 26 untersuchten Tumorpräparaten nachgewiesen werden. Eine niedrige Konzentration von Fibulin-3 (unter 733,4 ng/ml) im Pleuraexsudat war zudem mit einer deutlich verlängerten Überlebenszeit nach einer Operation zur Zytoreduktion verbunden (Hazard Ratio 2,70).

Sollten sich die Ergebnisse in weiteren prospektiven Studien bestätigen, stünde erstmals ein Biomarker für die Früherkennung des Tumors zur Verfügung, an dem bevorzugt Menschen erkranken, die beruflich mit Asbest exponiert waren. Das krebserregende Mineral wird zwar seit 1993 in Deutschland nicht mehr verwendet. Bauarbeiter können jedoch bei Renovierungsarbeiten in Altbauten exponiert werden.

Auch Arbeiter, die vor 1993 Asbest verarbeitet haben, sind aufgrund der langen Latenzzeit auch heute noch gefährdet. Da der Tumor selten ist, wird er bei der Differenzialdiagnose des Pleuraergusses oft nicht berücksichtigt. Dies könnte eine Ursache für die derzeit schlechte Prognose des Tumors sein. Die mediane Überlebenszeit wird mit 12 Monate angegeben. © rme/aerzteblatt.de

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