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Prävention: Österreichisches Modell setzt auf finanziellen Anreiz

Freitag, 12. Oktober 2012

München – Das Präventionsmodell „Selbständig Gesund“ hat Peter McDonald, Geschäfts­führender Obmann der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) in Österreich, gestern auf dem 11. Europäischen Gesundheitskongress in München vorgestellt. Ziel des Anfang dieses Jahres eingeführten Modells sei es, „Gesundheit zu managen, statt Krankheit zu bezahlen.“ Das österreichische Gesund­heitssystem sei zwar gut und anerkannt, doch auch „sehr, sehr teuer“. Es mache die Menschen zwar immer älter, aber nicht gesünder.

Mit ihrem Präventionsprogramm will die SVA, Sozialversicherung für Unternehmer in Österreich, vor allem die Selbstverantwortung der Versicherten fördern und die Gesundheitskompetenz des Einzelnen stärken. Das Modell setzt an den Zivilisations­krankheiten an. Im Mittelpunkt stehen die fünf Gesundheits-Parameter Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Tabak und Alkohol.

Bei einem Gesundheitscheck legen die teilnehmenden Versicherten zusammen mit ihrem Arzt für jeden der fünf Parameter individuelle Gesundheitsziele fest und erarbeiten ein auf jeden Einzelnen abgestimmtes Programm. Erreichen die Versicherten innerhalb eines bestimmten Zeitraums die festgelegten Werte, reduziert sich der Selbstbehalt ihres Tarifs von 20 auf zehn Prozent.

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Dieser finanzielle Anreiz habe bereits Wirkung gezeigt, berichtete McDonald. So hätten die Vorsorgeuntersuchungen in ganz Österreich im Durchschnitt um 40 Prozent zugenommen. Zudem zeige der finanzielle Anreiz auch in denjenigen Bevöl­kerungsschichten Wirkung, die man mit Informationen und Argumenten allein nur schwer erreiche.

Kern des Erfolgs ist für ihn, dass das Modell nicht allein die Ärzte in die Verantwortung nimmt, sondern die Versicherten einen Anreiz erhalten, zum Arzt zu gehen und sich selbst zu engagieren. Zugleich rechne sich das Programm für jeden Einzelnen durch einen Zugewinn an gesunden Jahren und damit an Lebensqualität. Allerdings, räumte McDonald ein, müsse eine Versicherung „gut gewirtschaftet haben, um sich diese Investition auch leisten zu können“. © sg/aerzteblatt.de

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