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Medizin

Intraoperative Cholangiographie senkt Sterberisiko nach Gallen-Op

Freitag, 12. Oktober 2012

Stockholm – Eine intraoperative Darstellung der Gallengänge kann dem Chirurgen bei der Cholezystektomie die Orientierung erleichtert. Die Vermeidung iatrogener Beschädigungen hat in einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 345: e6457) die Zahl der postoperativen Todesfälle um fast zwei Drittel gesenkt.

Die schwedischen Chirurgenverbände haben im Mai 2005 ein landesweites Patienten­register zur Cholezystektomie eingerichtet (Gallriks). Bis Ende 2010 wurden die Erfahrungen zu 51.041 laparoskopischen und offenen Operationen gesammelt. In 747 Fällen (1,5 Prozent) kam es dabei zu einer Beschädigung der Gallengänge, wobei es sich in den meisten Fällen (199) um partielle Verletzungen des gemeinsamen Gallengangs oder des Ductus hepaticus handelte. Schwere Verletzungen oder gar Transektionen des Gallengangs waren selten.

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Dennoch ist jede Beschädigung ein GAU der Gallenchirurgie. Ein Austreten von Gallenflüssigkeit oder eine spätere Blockade des Gallengangs kann eine aufwendige rekonstruktive Operation notwendig machen. Außerdem bleiben Beschädigungen während der Operation häufig unentdeckt, was in der schwedischen Kohorte bei 77 Prozent der Patienten der Fall war.

Von den 747 Patienten starben in den ersten 60 Wochen nach der Operation 25 Patienten. Darunter waren 19 Patienten, bei denen die Chirurgen keine intraoperative Cholangiographie geplant hatten, sowie ein weiterer, bei dem diese nicht gelungen war.

Der Chirurg Björn Törnqvist vom Karolinska-Institut in Stockholm gibt die 1-Jahres-Mortalität mit 3,9 Prozent ohne intraoperative Cholangiographie und 1,1 Prozent mit intraoperativer Cholangiographie an. Die Hazard Ratio betrug 0,38 und war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,31 bis 0,46 statistisch signifikant.

Sie bedeutet, dass eine beabsichtigte intraoperative Cholangiographie die 1-Jahres-Mortalität um 62 Prozent senkte. Die Zahlen von Gallriks können als valide eingeschätzt werden. Mehr als 90 Prozent aller Cholezystektomien in Schweden werden dem Register gemeldet. Eine Kontrolle mit den Daten der Versicherer ergab, dass keine Fälle übersehen wurden.

© rme/aerzteblatt.de

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