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Unfallchirurgen warnen vor Post-Fall-Syndrome nach Schenkelhalsfraktur

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Berlin – Vor einer Zunahme von Schenkelhalsfrakturen im Alter warnt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Im Augenblick brechen sich laut der Fachge­sellschaft jedes Jahr rund 160.000 Menschen in Deutschland den Oberschenkelhals. In den kommenden Jahren werden dies voraussichtlich mehr werden, weil immer mehr alte Menschen in Deutschland leben.

„Glücklicherweise benötigen davon nur ein Fünftel medizinische Betreuung aufgrund von Verletzungsfolgen“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft und des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, Christoph Josten. Das Risiko, an den Folgen einer Oberschenkelhalsfraktur zu sterben, sei jedoch für ältere Menschen besonders hoch: „Jeder dritte bis vierte Patient über 85 Jahre mit hüftgelenksnaher Fraktur stirbt innerhalb des ersten Jahres“, erläutert Josten.

Dies entspreche dem Sterberisiko von Frauen bei Brustkrebs. Deshalb empfehle die DGU in ihrer Leitlinie zu Schenkelhalsfrakturen, Patienten innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu versorgen. So ließen sich Komplikationen an Fraktur sowie Fälle von Lungenentzündungen, Thrombosen und Druckgeschwüren reduzieren.

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Aber selbst bei einer optimalen Behandlung litten die Patienten häufig den Rest ihres Lebens unter den Folgen. „Die Angst, erneut zu stürzen – das sogenannte Post-Fall-Syndrome – schränkt Betroffene in ihrem Aktionsradius radikal ein“, erklärt Josten. Sie bewegten sich seltener und trieben weniger Sport. Die Folge sei ein Teufelskreis aus Folgeerkrankungen wie Osteoporose, Muskelabbau sowie Schwächung des Kreislaufes und der geistigen Verfassung. Ein Drittel aller Patienten finde daher nicht mehr in sein Wohnumfeld zurück und benötige pflegerische Hilfe.

Neben dieser Gefahr seien solche Vorfälle auch volkswirtschaftlich bedeutend. „Allein die direkten Kosten einer Schenkelhalsfraktur betragen rund 20.000 Euro pro Fall“, führt Josten aus. Darin seien die indirekten Kosten der Pflegebedürftigkeit noch nicht eingeschlossen. © hil/aerzteblatt.de

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