Ausland

Abtreibung in Uruguay in ersten drei Monaten legal

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Montevideo – Nach dem uruguayischen Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch auch der Senat einem Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen gebilligt. Für das Gesetzesvorhaben stimmten 17 von 31 Senatoren – alle Mitglieder des regierenden Mitte-links-Bündnisses Frente Amplio sowie ein Senator der Opposition. Staatspräsident José Mujica hat bereits signalisiert, dass er kein Veto gegen das Gesetz einlenken werde.  

Dem Gesetz zufolge ist die Straffreiheit der Abtreibung an Bedingungen geknüpft. Vor dem Schwangerschaftsabbruch müssen sich die Frauen von mindestens drei Fachleuten über Alternativen beraten lassen. Legal sind Abtreibungen bei einer Schwangerschaft infolge einer Vergewaltigung, bei Gefahr für das Leben der Mutter oder einer schweren Behinderung des Kindes.

Anzeige

Im Fall einer Vergewaltigung gilt statt der Zwölf-Wochen- eine Vierzehn-Wochen-Frist. Das derzeitige Gesetz aus dem Jahr 1938 bestraft Frauen, die eine Abtreibung vornehmen, mit bis zu neun Monaten Haft. Mitwirkende an Abtreibungen können mit bis zu 24 Monaten Gefängnis bestraft werden.  

In vorwiegend katholischen Uruguay mit 3,4 Millionen Einwohnern werden nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen jährlich geschätzte 30.000 Abtreibungen vorgenommen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen.

Zahlreiche Frauen sterben bei illegalen, heimlichen Abtreibungen. Nach Angaben des Senators Luis Gallo vom Frente Amplio wird nur ein winziger Bruchteil der Schwangerschaftsabbrüche strafrechtlich verfolgt. Deshalb sei die jetzt erfolgende Entkriminalisierung längst überfällig gewesen. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.02.17
Dannenberg/Fulda – Nach dem Streit um Schwangerschaftsabbrüche an der Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg hat der Krankenhausträger den Klinikchef entlassen. Das Verhältnis mit dem......
16.02.17
Polnische Regierung will Zugang zur „Pille danach“ einschränken
Warschau – Die polnische Regierung will den Zugang zur „Pille danach“ wieder einschränken. Ein Regierungssprecher sagte heute im Nachrichtensender TVN24, Pillen zur Geburtenkontrolle gebe es „nur auf......
13.02.17
Stockholm – Nach dem Dekret von US-Präsident Donald Trump gegen Abtreibungen wollen Vertreter zahlreicher Staaten bei einer Geberkonferenz Geld für Hilfsorganisationen sammeln, die den Zugang zu......
09.02.17
Dannenberg/Fulda – Im Streit um Schwangerschaftsabbrüche in einer Klinik in Dannenberg nimmt der erst vor kurzem berufene Chefarzt der Gynäkologie wieder seinen Hut. Der Mediziner werde die......
08.02.17
Abtreibungen: Streit zwischen Chefarzt und Mutterkonzern
Dannenberg/Stadthagen – Die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik (EJK) in Dannenberg hat gestern angekündigt, keine Schwangerschaftsabbrüche in dem Krankenhaus mehr ermöglichen zu wollen. Heute meldet sich der......
07.02.17
Dannenberg/Stadthagen – Ärzte können in Deutschland nicht gezwungen werden, Abtreibungen vorzunehmen. In Niedersachsen nimmt nun die Capio-Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg keine......
30.01.17
Washington – Die Abtreibungsgegner in den USA haben bei ihrem jährlichen Protestmarsch am Freitag prominente Unterstützung erhalten. Vize-Präsident Mike Pence sagte vor zehntausenden Demonstranten in......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige