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Chondrosarkom-OP rettet Vierjährigem Augenlicht und Leben

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Tübingen – Eine schwierige Operation eines Chondrosarkoms im Gesicht eines Vierjährigen ist Chirurgen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universi­tätsklinikum Tübingen gelungen. „Nach unserem Kenntnisstand handelt es sich bei dem Fall um eine Rarität und den ersten chirurgischen Eingriff in dieser Ausdehnung bei einem Kleinkind. Zwei Augenhöhlenwände wurden von uns mit einem individuell angepassten Titangitter rekonstruiert“, sagte Siegmar Reinert, Ärztlicher Direktor der Klinik.

Der vierjährige Leo kam vor einem Jahr in die Augenklinik des Tübinger Uniklinikums. Seiner Mutter war aufgefallen, dass seit etwa einer Woche der linke Augapfel hervortrat. Radiologisch zeigte sich auf den Bildern einer Kernspin- und Computertomographie deutlich ein großer Tumor, der bereits die gesamte linke Nasenhaupthöhle bis zur Schädelbasis und die anliegenden Augenhöhlenwände zerstört hatte. Eine Gewebe­probe durch die Nase untermauerte den Verdacht auf einen bösartigen, knorpeligen Bindegewebstumor.

Da der Tumor drohte, den Sehnerv zu zerstören und rasch wuchs, wurde Leo nach einer Gesamtschau der klinischen, histopathologischen und radiologischen Befunde wenige Tage später operiert. Die über vierstündige Operation erfolgte über ein so genanntes Midfacial degloving. Dabei wird mit einem verdeckten Schnitt vom Mund aus durch die Nasenhaupthöhle der Nasenschlauch geöffnet und ein Knochenstück im Bereich der Kieferhöhlenvorderwand ausgesägt.

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Ohne äußerlich sichtbare Narben zu hinterlassen, konnte der etwa 5 cm große Tumor durch diese Öffnung in Stücken entfernt, die frei liegende Hirnhaut mit einem Muskel­patch abgedeckt und die Augenhöhlenwände – die großflächig aufgelöst waren – mit einem semiindividualisierten Titangitter rekonstruiert werden.

Das Titangitter musste exakt angepasst werden, um das Volumen der Augenhöhle korrekt zu rekonstruieren, damit das Auge nicht nach hinten absinkt, der Augapfel darüber hinaus jedoch frei beweglich bleibt. „Knapp ein Jahr nach der Operation kann das Ergebnis als ästhetisch und funktionell sehr gut bezeichnet werden. Der kleine Junge ist tumorfrei“, hieß es aus Tübingen. © hil/aerzteblatt.de

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