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Ausland

Mehrere Durchsuchungen bei französischen Gesundheitsbehörden

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Paris – Im Zusammenhang mit einem der größten Arzneimittelskandale Frankreichs sind am Donnerstag mehrere staatliche Gesundheitsstellen durchsucht worden. Eine Durchsuchung wegen des Diabetes-Mittels Mediator habe am Vormittag in der Gesundheits­behörde DGS in Paris begonnen, hieß es aus Justiz­kreisen. Eine weitere Durchsuchung lief demnach in der Gesundheitsbehörde HAS. Das Medikament, das bis 2009 häufig auch zum Abnehmen eingenommen wurde, wird nach verschiedenen Schätzungen für den Tod von 500 bis 2.000 Menschen in Frankreich verantwortlich gemacht.  

Nach Angaben des Senders RTL waren weitere Durchsuchungen bei staatlichen Gesundheitsstellen im Laufe des Donnerstags vorgesehen. Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Medikament des Pharmakonzerns Servier waren die staatlichen Stellen bereits scharf kritisiert worden. So nahm die französische Arzneimittelaufsicht das Mittel, das in Deutschland nie eine Zulassung hatte, erst 2009 vom Markt. Doch soll die Gefährlichkeit des Medikaments bereits Ende der 90er Jahre bekannt gewesen sein. Der Chef der Kontrollbehörde Afssaps hatte deshalb seinen Hut nehmen müssen. In Italien und Spanien war die Zulassung des Medikaments bereits im Jahr 2005 widerrufen worden.

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Rund fünf Millionen Menschen sollen Mediator eingenommen haben, das zu einer Verdickung der Herzklappen führen kann. Das zweitgrößte französische Pharmaunternehmen Servier hatte Mediator von 1976 bis 2009 als Diabetes-Mittel verkauft. Das Medikament, das häufig auch gegen Übergewicht verschrieben wurde, enthielt den appetitzügelnden Wirkstoff Benfluorex. Nach Ansicht der Opfer kannten die Servier-Labors die gefährlichen Nebenwirkungen des Mittels.

Hunderte Betroffene fordern deshalb Schadensersatz.

Im Mai begann vor dem Strafgericht in Nanterre bei Paris ein erster Prozess gegen den Chef des Pharmakonzerns Servier. Er wurde wenig später aus Verfahrensgründen verschoben. Dem 90-jährigen Jacques Servier und vier früheren Führungskräften wird schwerer Betrug bei dem Diabetes-Mittel vorgeworfen. Auch in Paris laufen gegen Servier Ermittlungen wegen Betrugs und fahrlässiger Tötung. © afp/aerzteblatt.de

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