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Medizin

Wie ein Molekül Asthmatiker vor Hautkrebs schützen könnte

Montag, 22. Oktober 2012

St. Louis – Ein Zytokin namens Thymic Stromal Lymphopoietin (TSLP) ist nicht nur in der Pathogenese des allergischen Asthmas von Bedeutung, sondern schützt Mäuse auch vor Hautkrebs. Das haben Wissenschaftler der Washington School of Medicine herausgefunden und im Fachmagazin Cancer Cell (doi: 10.1016/j.ccr.2012.08.017) publiziert. Das ist laut den Autoren vor allem auch deswegen von Bedeutung, da bislang viele Studien dafür gesprochen hätten, dass TSLP nicht vor Tumoren schütze, sondern das Krebsrisiko sogar erhöhe.

Das TSLP ist ein Zytokin, welches von Wissenschaftlern erst in den letzten Jahren entdeckt und mit Allergien und Asthma bronchiale in Verbindung gebracht wurde. Es ähnelt dem Interleukin-7 und spielt bei der Entwicklung allergischer Symptome eine Rolle. Gleichzeitig übernimmt es auch in solchen Epithelzellen, die Viren und Antigenen ausgesetzt sind, eine wichtige Regulationsfunktion und steht mit Abwehrzellen in Verbindung. Es scheint aber nicht nur gegen Antigene gerichtet zu sein, sondern auch gegen mutierten Zellen, wie die Forscher feststellten.

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Die Autoren unter der Leitung von Shadmehr Demehri forschen bereits seit sechs Jahren an Mäusen, die eine gesteigerte Immunität gegen Krebszellen zeigen. Dabei fanden sie schon in einer 2009 publizierten Studie, dass bei diesen Mäusen ein soge­nanntes Notch-Protein fehlte. Dieses Protein spielt bei der Signaltransduktion in der Entstehung von Haut- und anderem Gewebe eine wichtige Rolle. Da nun diese Notch-defizienten Mäuse auch erhöhte TSLP-Level hatten, kamen sie schließlich zu dem Ergebnis, dass das TSLP die Mäuse vor Hautkrebs schützt.

Darüber hinaus konnten sie auch eine Therapieform an normalen, gesunden Mäusen testen. Diese wurden mit dem Arzneimittel Calcipotriol behandelt und entwickelten darauf­hin keinen Hautkrebs, obwohl sie mit mehreren nachweislich schädigenden Subs­tanzen intensiv in Kontakt kamen. Calcipotriol ist ein Vitamin-D-Analogon und regte die Haut in der vorliegenden Studie zur Produktion von TSLP an.

Der nächste Schritt bestünde nun in der Überprüfung, ob solche Arzneimittel nicht auch in topischer Form für präkanzerogene Läsionen eingesetzt werden könnten, um Hautkrebs präventiv entgegenzuwirken, resümierte Demehri. © hil/aerzteblatt.de

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