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Medizin

Diabetes: Diät- und Sport-Studie wegen Erfolglosigkeit abgebrochen

Montag, 22. Oktober 2012

Bethesda – Die US-National Institutes of Health haben eine ambitionierte Langzeitstudie zum Einfluss von Diät und Sport bei Diabetikern abgebrochen, da auch nach 11 Jahren kein günstiger Einfluss auf die Rate von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar war.

An der Look-Ahead-Studie hatten 5.145 übergewichtige und adipöse Patienten mit Typ 2-Diabetes teilgenommen. Sie waren entweder auf eine rigorose Diät plus Sport oder auf eine Kontrollgruppe randomisiert worden, in der nur allgemeine Informationen über die Notwendigkeit einer gesunden Lebensweise ausgegeben wurden, was erfahrungsgemäß wenig Wirkung erzielt. Im Interventionsarm wurden die Teilnehmer auf eine fettarme Reduktionsdiät gesetzt. Hinzu kam ein Sportprogramm mit 175 Minuten Bewegung in der Woche.

Frühere Auswertungen der Studie hatten gezeigt, dass die Teilnehmer unter der Diät tatsachlich abnahmen. Auch nach vier Jahren betrug die Gewichtsabnahme noch 5 Prozent, was in Diätstudien keinesfalls selbstverständlich ist. In der Vergleichsgruppe konnten die Teilnehmer das Gewicht um ein Prozent reduzieren. Diät und Sport wirkten sich positiv auf die Gesundheit aus. Frühere Publikationen zeigten eine Linderung der Schlaf-Apnoe, eine Reduzierung der Diabetesmedikamente sowie eine Verbesserung von Beweglichkeit und Lebensqualität.

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Doch das eigentliche Ziel, eine Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität, die als Spätfolge des Diabetes als wichtigster Grund für eine verminderte Lebens­erwartung gelten, wurde auch nach elf Jahren nicht erreicht. Wie jetzt bekannt wurde, stoppten die National Institutes of Health im September den Interventionsarm der Studie. Einzelheiten zu den Studienergebnissen wurden nicht mitgeteilt. Eine Publikation sei in Vorbereitung, teilt die US-Behörde mit.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht das Ende der wissenschaftlichen Studie. Alle Teilnehmer sollen noch weitere Jahre nachbeobachtet werden, und es erscheint nicht ausgeschlossen, dass sich langfristig doch noch günstige Auswirkungen von Sport und Diät auf Herzkreislauferkrankungen nachweisen lassen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #40801
ammun-ra
am Dienstag, 23. Oktober 2012, 17:04

5 %

Das Problem dürfte sein, dass 5 % Gewichtsabnahme für viele nicht genug ist. Ein 120 kg Mensch wiegt nach 5 % Gewichtsabnahme noch immer 114 kg. Das wird das Risiko nicht wesentlich ändern.
Avatar #114467
regionnord
am Dienstag, 23. Oktober 2012, 14:26

Unglaublich...

Wenn man sich das Studydesign der Studie anguckt erkennt selbst der Laie schnell warum die kardiovaskulären Morbidität und Mortalität nicht zurückging: "The recommended diet is based on guidelines of the ADA and National Cholesterol Education program and includes a maximum of 30% of total calories from total fat, a maximum of 10% of total calories from saturated fat, and a minimum of 15% of total calories from protein."
Das bedeutet im umkehrschluss dass etwa 50% der Kalorien von Kulhydraten kommt, obwohl Forscher die letzten 50 Jahre! gezeigt haben dass Kulhydrate auslöser für Diabetes, Pre-Diabetes, Übergewicht usw. sind. Natürlich kann man nicht erwarten damit das Leben dieser Patienten zu verbessern. Eine erfolgreiche Diät enthält 80-90% Protein und Fett, rest Kulhydrate (wobei die Qualitet der Kulhydrate auch entscheidend ist). Reichliche sportliche Aktivität versteht sich natürlich von selbst.
LNS

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