NewsMedizinGlioblastom kann auch aus Nervenzellen entstehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Glioblastom kann auch aus Nervenzellen entstehen

Dienstag, 23. Oktober 2012

La Jolla – Das Glioblastoma multiforme, der aggressivste Hirntumor mit weiterhin schlechten Therapieergebnissen, leitet sich nicht nur, wie bisher angenommen, aus Gliazellen, dem Stützgewebe des Gehirns, ab. Laut einer Studie in Science (2012; doi: 10.1126/science.1226929) können Gliome auch aus dedifferen­zierten Neuronen entstehen.

Forscher des Salk Institute in La Jolla/­Kalifornien haben vor drei Jahren ein Mäusemodell des Glioblastoms ent­wickelt. Bei den Tieren kann der Hirn­tumor durch ein Lentivirus ausgelöst werden, das (mittels sogenannter RNA-Inter­ferenz, Nobelpreis 2006) zwei körpereigene Tumorsuppressor-Gene ausschaltet. Es handelt sich um das Neurofi­bromatosis Typ I Gen (NF1) und um p53. NF1 ist auch bei 18 Prozent aller Glioblastome mutiert. Ein Ausfall von p53 tritt bei 35 Prozent dieser Tumoren auf, so dass das Modell tatsächlich die Krebsentstehung beim Menschen nachstellt.

Anzeige

Bei ihren Experimenten stellte die Gruppe um Inder Verma nun überraschenderweise fest, dass die Lentiviren nicht nur Gliazellen zum Krebswachstum anregen, sondern auch die hochspezialisierten Nervenzellen. Dies geschieht über eine Zwischenstufe, in der die Nervenzellen ihre Form und Funktion aufgeben und sich in Vorläuferzellen zurückver­wandeln oder dedifferenzieren.

Dieser Prozess der Dedifferenzierung könnte Ansätze für neue Therapien liefern, hoffen die Forscher. Andererseits erkläre das Phänomen vielleicht, warum die Therapie des Glioblastoma multiforme derzeit nur geringe Erfolge zeige. Nur wenige Patienten überleben den Tumor länger als 1 bis 2 Jahre. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Februar 2019
Dresden – Die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ist jetzt Referenzzentrum für die strahlentherapeutischen Versorgung von Kindern und
Dresdener Uniklinik berät bei strahlentherapeutischer Versorgung von Kindern mit Gliom
29. Januar 2019
Mainz – Ein Protein namens PCF11 spielt bei der Differenzierung von neuronalen Zellen eine bedeutsame Rolle. Es eignet sich auch als diagnostischer Marker für eine Neuroblastom-Erkrankung. Das
Diagnostischer Marker für Neuroblastom beschrieben
28. November 2018
Greifswald - Onkologen der Universitätsmedizin Greifswald um Holger Lode haben zusammen mit der Internationalen Gesellschaft für Kinderonkologie - Neuroblastom (SIOPEN) ein weniger belastendes
Schonendere Therapie bei Neuroblastom möglich
19. November 2018
Bonn – Ein internationales Wissenschaftlerteam hat eine Variante des Medulloblastoms identifziert, die besonders gute Heilungschancen aufweist. Rund 20 % der Betroffenen könnten nach Schätzungen der
Hoffnung auf schonendere Behandlung bei Medulloblastom
7. November 2018
Heidelberg – Die molekularbiologische Vielfalt, die sich hinter bestimmten scheinbar gleichartigen embryonalen Hirntumoren verbergen kann, zeigt eine Untersuchung des Hopp-Kindertumorzentrums
Genanalyse zeigt Vielfältigkeit embryonaler Hirntumoren
28. September 2018
Mainz – Eine neuartige Kombination aus Antikörpern und Zytostatikum könnte das Wachstum von Glioblastomen hemmen. Das berichten Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz in einer Studie, die sie
Angiogenesehemmer verlängern Überleben von Mäusen mit unheilbaren Glioblastom
23. August 2018
Houston – Die kombinierte Immuntherapie mit den Checkpointinhibitoren Nivolumab und Ipilimumab ist bei Patienten mit malignem Melanom auch gegen Hirnmetastasen wirksam. In einer offenen Studie im New
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER