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Kritik an Polens Regierungsplan zu künstlicher Befruchtung

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Warschau – Polens konservative Opposition und die katholische Kirche kritisieren die geplante staatliche Finanzierung von künstlichen Befruchtungen scharf. Opposi­tionsführer Jaroslaw Kaczynski bezeichnete das Regierungskonzept am Dienstag als verfassungswidrig. Er kündigte eine Klage vor dem Verfassungsgericht an, wenn der rechtsliberale Ministerpräsident Donald Tusk die Erstattung der Behandlungskosten wie angekündigt am Parlament vorbei per Verordnung einführe.

Ein Mitglied der Bioethikkommission der Polnischen Bischofskonferenz, Franciszek Longchamps de Berier, sagte der polnischen Nachrichtenagentur KAI, die geplante Reform „durch die Hintertür“ sei ein „Ausdruck der Arroganz der Macht“.

Tusk hatte am Montag angekündigt, dass ab Juli 2013 etwa 70 bis 80 Prozent der Kosten für eine In-vitro-Fertilisation aus öffentlichen Geldern bestritten werden. Bisher müssen Paare sie komplett privat finanzieren. Den staatlichen Zuschuss für bis zu drei derartige Behandlungen sollten auch Unverheiratete erhalten. Leistungsberechtigt seien Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die trotz einjähriger anderer Behandlung ohne Empfängnis geblieben seien.

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Nicht nur reiche Paare, sondern auch ärmere sollten die Chance auf eine In-Vitro-Behandlung haben, sagte Tusk. Die Regierung gehe davon aus, dass von dem mehr als 60 Millionen Euro teuren Programm in den ersten drei Jahren 15.000 Paare profitieren werden.

Trotz jahrelanger Debatte ist künstliche Befruchtung in Polen bislang nicht gesetzlich geregelt. Sie wird seit 25 Jahren ohne Einschränkungen praktiziert, aber nicht aus öffentlichen Geldern bezahlt. Die Parlamentsfraktion der regierenden „Bürgerplattform“ streitet noch über Auflagen für den Embryonenschutz.  Umfragen zufolge ist eine klare Mehrheit der Polen für eine Zulassung künstlicher Befruchtung. © kna/aerzteblatt.de

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