NewsMedizinFrauen gebären weniger Kinder nach ektoper Schwangerschaft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Frauen gebären weniger Kinder nach ektoper Schwangerschaft

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Kopenhagen – Frauen, deren erste Schwangerschaft ektop verlief, gebären in den darauf­folgenden 20-30 Jahren weniger Kinder als Frauen deren erste Schwangerschaft als normale Geburt, Fehlgeburt oder aber Abort endete. Diese Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler um Line Lund Karhus von der University of Copenhagen. Sie publi­zierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Human Reproduction (doi: 10.1093/humrep/des375).

Ektope Schwangerschaften sind Schwangerschaften, bei denen sich ein befruchtetes Ei nicht in der Gebärmutter einnistet. Häufig befinden sich diese ektopen Schwanger­schaften in den Eileitern. Sie sind nicht lebensfähig und häufig sind operative Eingriffe vonnöten, um die ektope Schwangerschaft zu entfernen.

Die Wissenschaftler der Kopenhagener Universität sammelten in ihrer Studie die Daten von 2.917 Frauen. Im Durchschnitt beobachteten die Forscher diese Frauen über einen Zeitraum von etwa 23 Jahren, wobei der Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft zwischen 1977 und 1982 lag. Dabei waren die ersten Schwangerschaften dieser Frauen entweder ektope Schwangerschaften, Fehlgeburten, Abtreibungen oder normale Austragungen.

Anzeige

Bei dem Vergleich der verschiedenen Gruppen konnten die Wissenschaftler heraus­finden, dass die Gruppe der Frauen mit einer ektopen Schwangerschaft eine niedrigere Anzahl von Schwangerschaften, Geburten sowie Aborten hatte als die anderen Frauen. Außerdem bestand ein etwa 4,7-10fach erhöhtes Risiko für das Auftreten einer weiteren ektopen Schwangerschaft.

So kamen auf hundert Frauen der ektopen Schwangerschaftsgruppe nur 69 Geburten, wohingegen 100 Frauen, deren erste Schwangerschaft in einer Fehlgeburt endete, 126 Kinder gebaren. Bei den Frauen deren erste Schwangerschaft normal verlief, kamen im Anschluss an dieses erste Kind bei 100 Frauen 73 weitere Kinder.

Die Wissenschaftler schlossen aus ihren Ergebnissen, dass die Fertilität der Frauen, deren erste Schwangerschaft eine ektope Schwangerschaft war, beeinträchtigt sei. Außerdem hätten diese Frauen auch nach 30 Jahren signifikant weniger Kinder, wenn man sie mit den Frauen der anderen Gruppen vergleicht. Die Forscher erwarteten zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen, waren jedoch davon ausgegangen, dass die Zahl der Kinder sich im Laufe der Zeit zwischen den verschiedenen Gruppen angleichen würde.

Es zeigte sich jedoch außerdem, dass Frauen der ektopen Schwangerschaftsgruppe ein um 54 Prozent vermindertes Risiko einer Fehlgeburt in ihren Folgeschwangerschaften hatten. Abschließend erklärten die Forscher, dass es mittlerweile durch neue reproduk­tive Maßnahmen möglich sei, die langfristigen Geburtsquoten von Frauen, deren erste Schwangerschaft eine ektope war, zu verbessern. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2019
Stockholm – Die Töchter von Frauen mit polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) haben im Erwachsenenalter ein fünffach erhöhtes Risiko, ebenfalls ein PCOS zu entwickeln, was sich laut tierexperimentellen
Androgene in der Schwangerschaft erhöhen PCOS-Risiko über mehrere Generationen
2. Dezember 2019
Los Angeles/Claremont – Hitze kann zu kürzeren Schwangerschaften führen. Das bestätigt eine neue Analyse aus den USA. Es sei davon auszugehen, dass im Zuge des Klimawandels zunehmend mehr
Klimawandel: Verkürzte Schwangerschaften bei mehr Hitze
29. November 2019
Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat die flächendeckende Erstattung der Glukose-Fertiglösungen für das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes gefordert. Die Fachgesellschaft
Diabetologen kritisieren Sparkurs beim Test auf Schwangerschaftsdiabetes
29. November 2019
Berlin – Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe könnten auch in Deutschland ein relevantes Problem sein. Darauf deutet eine nicht-repräsentative Umfrage unter 2.045 Frauen hin, die sich vor
Prävalenz zur Gewalt in der Geburtshilfe weiterhin unklar
22. November 2019
New York/San Diego – Die verzögerte Abnabelung, die die Startchancen des Kindes nach der Geburt verbessert, hat sich in einer randomisierten Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 322:
Geburtshilfe: Verzögerte Abnabelung für die Mutter sicher, „Ausmelken“ für Frühgeborene riskant
20. November 2019
Emden – Nach einer vorübergehenden Schließung des Kreißsaals an den Wochenenden können schwangere Frauen ihre Kinder wieder täglich im Klinikum Emden bekommen. „Wir haben eine zusätzliche Hebamme
Geburtenstation im Klinikum Emden wieder täglich geöffnet
15. November 2019
Mainz – Die rheinland-pfälzische Landesregierung will 2020 ein Förderprogramm für ungewollt kinderlose Paare auf den Weg bringen. Sie sollen bei der Kinderwunschbehandlung finanziell unterstützt
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER