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Monika Hauser wird mit dem Staatspreis NRW ausgezeichnet

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Düsseldorf ­– Die Menschenrechtsaktivistin und Frauenärztin Monika Hauser aus Köln wird mit dem diesjährigen Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Das gab Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) heute in Düsseldorf bekannt. „Der Einsatz von Monika Hauser für vergewaltigte und traumatisierte Frauen und Mädchen ist ein herausragendes Zeichen der Humanität in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Sie hat vielen Frauen, die Entsetzliches erlebt haben, neuen Lebensmut gegeben“, begründete Kraft die Entscheidung.

Monika Hauser ist Gründerin von medica mondiale. Diese Organisation setzt sich weltweit für Frauen und Mädchen ein, die in Kriegs- und Krisengebieten sexueller Gewalt ausgesetzt waren und sind. Medica mondiale bietet diesen Frauen und Mädchen in vielen Ländern lebensnotwendige medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung. Die Organisation ist vor allem in Albanien, Afghanistan, Bosnien-Herzegowina, Kongo, Kosovo, Liberia, Ruanda und Uganda aktiv. Medica mondiale hat nach Schätzungen in den vergangenen Jahren zwischen 70.000 und 100.000 Frauen und Mädchen geholfen, die Opfer von Vergewaltigungen oder anderen Formen sexueller Gewalt geworden sind.

Monika Hauser: Frauenrechtlerin wird Europäerin des Jahres

Alles beginnt 1992 während des Balkankrieges. Dr. med. Monika Hauser (51) liest im „Stern“ einen Artikel über Massenvergewaltigungen bosnischer Frauen. Sie ist schockiert – über die reißerische Aufmachung des Textes und darüber, dass die Vergewaltigungen nicht zufällig geschehen.

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Monika Hauser wurde 1959 in der Schweiz geboren. Als Tochter Südtiroler Eltern ist sie italienische Staatsbürgerin. Sie studierte Medizin in Innsbruck und Bologna, wo sie ihr Examen ablegte. Ihre Facharztausbildung im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe führte sie unter anderem nach Essen und Köln, wo sie heute auch lebt.

Aufgerüttelt durch Medienberichterstattungen über Massenvergewaltigungen im Bosnienkrieg begann sie ihre Menschenrechtsaktivitäten. Sie nahm Kontakt mit dem Zagreber Zentrum für weibliche Kriegsopfer auf und gründete gegen zahlreiche bürokratische und politische Widerstände gemeinsam mit einheimischen Fachfrauen das Therapiezentrum „Medica Zenica“ in der zentralbosnischen Stadt Zenica. Dort fanden vergewaltigte Frauen und traumatisierte Kinder medizinische Hilfe und psychologische Unterstützung.

Monika Hauser wurde 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert und erhielt 2008 den Right Livelihood Award, der als Alternativer Nobelpreis bekannt ist. © Kli/aerzteblatt.de

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