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Ärzteschaft

Hartmannbund: Junge Ärzte wollen familienfreundliche Arbeitsplätze

Samstag, 27. Oktober 2012

Potsdam – Verlässliche Arbeitszeiten, familienfreundliche Arbeitsplätze und eine bessere Infrastruktur im ländlichen Raum stehen ganz oben auf der Wunschliste von 4.500 Medizinstudierenden, die der Hartmannbund über ihre Erwartungen an den Arztberuf befragt hat. So fasste Kristian Otte, Vorsitzender des Ausschusses der Medizin­studierenden im Hartmannbund, die Ergebnisse der Umfrage bei der Haupt­ver­samm­lung des Verbandes am Freitag in Potsdam zusammen. Eine Podiumsdiskussion, an der auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) teilnahm, beschäftigte sich mit dem Thema „Neue Wege: Die Lebensentwürfe junger Mediziner und was sie für die Versorgung bedeuten“.

Bahr betonte, die Regierung habe mit dem Versorgungsstrukturgesetz wichtige Anreize geschaffen, den Arztberuf für die junge Generation wieder attraktiver zu machen. Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsverantwortung gelte beispielsweise seither der Grundsatz „Beratung vor Regress“. Die Residenzpflicht sei aufgehoben worden. Ärzte und Ärztinnen könnten auch in der Niederlassung leichter eine Auszeit nehmen oder Assistenten einstellen. Handlungsbedarf sah er vor allem aufseiten der Krankenhäuser und der Kassenärztlichen Vereinigungen. Dort baue noch viel auf alten Strukturen auf. Allerdings gab der Minister auch zu bedenken: „Wer Arzt wird, weiß, dass er keinen neun bis 16.30 Uhr-Job hat.“

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Die Verantwortlichkeit der Arbeitgeber für die Nachwuchsförderung betonte Christian Schmidt, Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln. Die jungen Ärzte legten vor allem Wert auf eine verbindliche Weiterbildung und ein gutes Arbeitsklima, wie Umfragen belegten. „Der alte Spruch ,Nicht angeschrien ist so gut wie gelobt‘ gilt nicht mehr“, sagte der gelernte Chirurg. Die Assistenten wünschten sich ein konstruktives Feedback. Sie seien auch nicht Unwillens, Überstunden zu machen, wenn sie gut begründet seien. „Wir haben viel verändert und haben inzwischen mehr Bewerber als Stellen“, erklärte der Krankenhausmanager.

„Der Verband hat sich dramatisch verjüngt“, betonte der Hartmannbund-Vorsitzende Klaus Reinhardt. Rund ein Drittel der Medizinstudierenden sei dort Mitglied. Deshalb habe man die diesjährige Haupt­ver­samm­lung der Zukunft des Arztberufes und den Erwartungen der angehenden Ärztinnen und Ärzte gewidmet. „Wer die Vorstellungen dieser jungen Menschen nicht zur Kenntnis nimmt, kann seine Gesundheitspolitik ad acta legen.“ Der Hartmannbund wolle Plattform sein für Wünsche, Anregungen und Konzepte der künftigen Medizinergeneration. © HK/aerzteblatt.de

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