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Nahrungsmittel­intoleranzen häufiger als -allergien

Dienstag, 30. Oktober 2012

Berlin – Nahrungsmittelintoleranzen sind häufiger als -allergien und schwieriger zu diagnostizieren. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hingewiesen. Etwa jeder fünfte Bundesbürger reagiere empfindlich auf den Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Betroffene litten unter Bauchschmerzen, Hautirritationen, Übelkeit und Kopfschmerzen. „Neueren Studien zufolge leiden ein bis zwei Prozent der Erwachsenen in Deutschland an einer Nahrungsmittelallergie, der eine Beteiligung des Immunsystems zugrunde liegt“, sagte Stephan Bischoff, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Bei Kindern sei die Häufigkeit der Erkrankung mit vier bis acht Prozent zwar deutlich höher, „diese frühen Allergien verschwinden jedoch meist spontan bis zur Einschulung“, so Bischoff. Weniger bekannt, aber deutlich häufiger verbreitet, seien die sogenannten Nahrungsmittelintoleranzen. Bei diesen rebelliere der Körper ohne Beteiligung des Immunsystems gegen eine bestimmte Substanz.

„Da sich die Symptomatik häufig kaum unterscheidet, ist die Abgrenzung von Nahrungs­mittelallergien und -intoleranzen in der Praxis oft schwierig“, erklärte der DGVS-Experte. Grundsätzlich seien zunächst eine sorgfältige Anamnese und Ausschlussdiagnostik erforderlich. Zum Nachweis von Allergien stünden anschließend unter anderem einfache Hauttests zur Verfügung.

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Zur Diagnostik von Nahrungsmittelintoleranzen gibt es aber nur wenige objektive Testverfahren. Besonders mit Atemluft-Untersuchungen könnten Mediziner den Kreis der verdächtigen Nahrungsmittel jedoch eingrenzen. Die entscheidende Rolle bei der Suche nach dem Auslöser einer Nahrungsmittelunverträglichkeit spiele aber bis heute ein einfaches Instrument: Mithilfe eines Ernährungstagebuches sollten Arzt und Patient versuchen, dem krankmachenden Nahrungsbestandteil auf die Spur zu kommen.

Stehe ein bestimmtes Nahrungsmittel unter Verdacht, könne der Patient für eine Weile darauf verzichten oder es bewusst zu sich nehmen. „Mit etwas Geduld gelingt es so meist, den Auslöser zu identifizieren“, erklärte Bischoff.

Patienten, die an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, rät die DGVS zu einer eingehenden Ernährungsberatung: Betroffene müssten lernen, ihre Ernährung weg von Fertignahrungsmitteln hin zu frischen Nahrungsmitteln umzustellen und auf Lebens­mitteletiketten zu achten. Voraussetzung hierfür sei neben hoher Motivation eine gute Schulung. © hil/aerzteblatt.de

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