Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflege-Neuausrichtungs­gesetz ab heute in Kraft – neuer AOK-Pflegenavigator

Dienstag, 30. Oktober 2012

dpa

Berlin – Ab heute gilt das sogenannte Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG), das die Leistungen für Demenzkranke verbessert. Die dort festgelegten Leistungsver­besserungen sind aber erst ab Anfang 2013 gültig. Zeitgleich hat die AOK ihren sogenannten Pflegenavigator überarbeitet. In den vergangenen zwölf Monaten verzeichnete das Angebot laut dem AOK-Bundesverband 15,5 Millionen Seitenzugriffe.

Das Internetportal hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Suche nach einem geeigneten Pflegedienst oder Pflegeheim. „Unsere Pflege-Navigatoren sind nicht nur optisch ansprechender geworden, sondern bieten ab sofort noch mehr Informa­tionen. Zudem wurden die Suchfunktionen verbessert und die Ergebnisdarstellung übersichtlicher gestaltet“, erläuterte Nadine-Michèle Szepan, Leiterin der Abteilung Pflege beim AOK-Bundesverband.

Die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen, die sogenannten Transparenzberichte der Heime und Pflegedienste, listet der Navigator einzeln auf. In diesen Berichten bewerten der Medizinische Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung und der Prüfdienst der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung die Leistungen der Pflegeeinrichtungen und deren Qualität nach festgelegten Kriterien. Die AOK veröffentlicht diese Berichte in dem Pflege-Navigator. Das erweiterte Angebot enthält auch Informationen darüber, wann eine Einrichtung ihre Daten aktualisiert hat.

Die wichtigsten Leistungen des PNG hat der Bundesverband Pflegemanagement zusammengestellt.

  • Bisher ist es so, dass Versicherte mit erheblich eingeschränkten Alltagskompetenzen ohne Pflegestufe bis zu maximal 200 Euro monatlich für Betreuungspflege und Tagesgruppen erstattet bekommen. Ab 2013 erhalten sie im Monat zusätzlich ein Pflegegeld von 120 Euro oder Pflegesachleistungen in Höhe von 225 Euro.
  • Pflegebedürftige in Pflegestufe I erhalten künftig ein auf 305 Euro erhöhtes Pflegegeld oder Pflegesachleistungen, die bis zu 665 Euro aufgestockt werden. In der Pflegestufe II wird ein höheres Pflegegeld von 525 Euro gezahlt, bei Pflegesachleistungen wird der Betrag auf 1.250 Euro angehoben.
  • Pflegebedürftige, die in ambulant betreuten Wohngemeinschaften leben, erhalten künftig einen Aufschlag von 200 Euro im Monat, um eine Pflegekraft einstellen zu können. Die Gründung dieser Wohngruppen soll mit 2.500 Euro pro Person unterstützt werden, insgesamt stehen dafür 30 Millionen Euro bereit.
  • Neben den grundpflegerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen können Pflege- und Betreuungsdienste häusliche Betreuungsdienste anbieten und erbringen. Dies kann neben den Leistungsmodulen künftig auch durch Stundensätze erfolgen. Betreuungsdienste erhalten die Möglichkeit, Verträge mit den Pflegekassen abzuschließen.
  • Ab 2013 gilt auch der sogenannten Pflege-Bahr: Wer dann eine private Pflege-Zusatzversicherung abschließt, erhält einen staatlichen Zuschuss von fünf Euro im Monat. Mindestens zehn Euro monatlich muss der Versicherte aus eigener Tasche bezahlen. Ziel der privaten Pflegezusatzvorsorge ist es, die finanzielle Lücke bei der Pflegeabsicherung zu verringern.

Der Bundesverband Pflegemanagement kritisierte, ein neues Gesetz ohne die Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes sei zu kurz gegriffen und unzureichend. „Zwar ist das Gesetz grundsätzlich zu begrüßen, aber nur als Tropfen auf den glühend heißen Stein zu sehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Peter Bechtel. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.01.18
Mehr als 300.000 Versicherte profitieren von neuer Pflegebegutachtung
Essen – Die medizinischen Dienste der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft. „Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu......
02.01.18
Deutsche fühlen sich für Pflegefall nicht abgesichert
Hamburg – Eine Mehrheit der Deutschen sieht sich einer Umfrage zufolge für den Pflegefall nicht ausreichend abgesichert. Demnach fühlen sich 56 Prozent aller Teilnehmer nicht ausreichend versichert......
18.12.17
Bundesländer im Norden legen Prüfdienst zusammen
Hamburg – Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein legen zum 1. Januar 2018 ihre Prüfdienste für die Kranken- und Pflegeversicherung (PDK-Nord) zusammen. Das teilten die drei......
18.12.17
Verbraucherzentralen warnen vor steigenden Pflegezuzahlungen
Berlin – Die Verbraucherzentralen in Deutschland sorgen sich um steigende Zuzahlungen bei der Pflege. Sie sehen die Politik gefragt. „Die Kostensteigerung drückt die Menschen“, sagte der Chef des......
15.12.17
Mehr Pflegebedürftige auf Sozialhilfe angewiesen
Berlin/Saarbrücken – Fast 440.000 Pflegebedürftige haben im vergangenen Jahr Hilfen vom Sozialamt bezogen, weil ihre Einkünfte zusammen mit den Leistungen aus der Pflegeversicherung nicht ausreichten.......
07.12.17
Erstmals Leistungen der Pflegeversicherung für 250.000 Menschen
Berlin – Als Folge der Pflegereform haben bis Ende Oktober 250.000 Menschen in Deutschland erstmals Leistungen der Pflegeversicherung erhalten – deutlich mehr als erwartet. Das ergibt sich aus einem......
23.10.17
Mehr Menschen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung
Berlin – Durch die jüngste Pflegereform ist die Zahl der Menschen mit Leistungen aus der Pflegeversicherung stark gestiegen. Von Januar bis September dieses Jahres gab es 220.000 zusätzliche Empfänger......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige