Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bahr wirbt für Organspende

Dienstag, 30. Oktober 2012

Daniel Bahr ©dpa

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) hat die Bürger am Dienstag zum Nachdenken über ihre Haltung zu einer Organspende aufgerufen. Mit Blick auf das Inkrafttreten des neuen Transplantationsgesetzes am Donnerstag erklärte Bahr in Berlin: „Jeder, der sich zu Lebzeiten bei der Organspende entscheidet, entlastet damit seine Angehörigen, die sonst in einer für sie sehr schwierigen Phase befragt werden.“ Organspender seien “Lebensretter”, erklärte Bahr. Jeder Bürger könne durch Krankheit oder Unfall selbst in die Lage kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein.

Am Donnerstag tritt die so genannte Entscheidungslösung für die Organspende in Kraft. Damit wird jeder Bürger ab 16 Jahre künftig regelmäßig per Brief aufgefordert, eine Erklärung über seine Bereitschaft zur Organspende abzugeben. Die Erklärung bleibt aber freiwillig. Die Neuregelung war im Juni nach jahrelanger Debatte fraktions­über­greifend im Parlament verabschiedet worden.

Leben nach der Organspende Start

Video

Leben nach der Organspende

Vanadies Datta lebt seit 2009 mit einem Spenderherz

Das Gesetz verpflichtet die Krankenkassen, ihre Versicherten regelmäßig über die Möglichkeit der Organspende zu informieren. Dies soll gemeinsam mit der Versendung der elektronischen Gesundheitskarte oder zusammen mit der Beitragsmitteilung innerhalb des ersten Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes erfolgen. Ein Organspendeausweis soll gleich mitgeschickt werden. Auch die Behörden werden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen Infomaterial mit auf den Weg geben. Ziel ist es, die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen.

In Deutschland stehen nach Angaben von Bahrs Ministerium etwa 12.000 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation, manche warten jahrelang. Rund 1.000 von ihnen sterben jedes Jahr, weil es nicht genügend Spender gibt. Obwohl in Umfragen grundsätzlich drei Viertel der Bürger einer Organspende positiv gegenüberstehen, haben nur 25 Prozent tatsächlich einen Organspendeausweis.

Leben nach der Organspende Start

Video

Leben nach der Organspende

Sandy Sollan gab die Organe ihres Sohnes zur Organspende frei

Die Techniker Krankenkasse hatte gestern angekündigt, ihren 277.000 Versicherten einen Organspendeausweis samt Informationspaket zuschicken, um ihrer Informations­pflicht nachzukommen. Für die Information ihrer Versicherten haben die Krankenkassen den Angaben zufolge ein Jahr Zeit. Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) begrüßte das zeitnahe Handeln der TK: „Menschen, die gut informiert sind, stehen der Organspende eher positiv gegenüber und füllen auch einen Organspendeausweis aus.“

Bislang haben die großen Krankenkassen angesichts der Organspendeskandale noch gezögert, ihren Mitgliedern Informationen und Spenderausweise zuzusenden. Erst müsse die Politik Konsequenzen aus den Skandalen ziehen, argumentierten AOK und Barmer GEK. © afp/EB/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

muemaus
am Dienstag, 30. Oktober 2012, 20:51

"Über Organspende nachdenken"

Genau diesen Rat unseres Ge­sund­heits­mi­nis­ters habe ich in den letzten Wochen befolgt.
Ich war bisher Inhaber eines Spenderausweises. Angesichts diverser Vorkommnisse - Manipulation der Wartelisten, Vorschläge, schon bei Herztod Organe entnehmen zu können, ohne den Hirntod abzuwarten bzw. festzustellen. Auch fielen mir in diesem Zusammenhang schon länger zurück liegende Auffälligkeiten ein: F. J. Strauß und Fürst von T&T bekamen beide in auffällig kurzer Zeit zweimal hintereinander ein passendes Spenderherz.
Momentan fehlt mir völlig das Vertrauen in das System, darum habe ich meinen Ausweis vernichtet.

Nachrichten zum Thema

28.06.17
Göttinger Transplantations­prozess: Bundesgerichtshof bestätigt Freispruch für Chirurgen
Leipzig – Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Freispruch eines Arztes im Göttinger Transplantationsprozess bestätigt. Der 5. Strafsenat des BGH in Leipzig verwarf heute die Revision der......
02.06.17
Organspende: Ärzte und Politiker rufen zur Positionierung auf
Berlin – Jeder Einzelne in Deutschland sollte sich klar zur Organspende positionieren und seine Entscheidung dokumentieren. Mit diesem Appell haben sich Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Lan­des­ärz­te­kam­mern und......
26.04.17
München – Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) und das Bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terium wollen beim nächsten Spieltag im Amateurfußball für Organspenden werben. „Das Thema Organspende geht die ganze......
25.04.17
Dresden – Sachsens Regierung will mehr Menschen für eine Organtransplantation gewinnen. Dem dient auch eine Gesetzesnovelle zum Transplantationsgesetz, über die Ge­sund­heits­mi­nis­terin Barbara Klepsch......
18.04.17
Organspenden gehen im ersten Quartal leicht zurück
Berlin – Die Zahl der postmortalen Organspenden in Deutschland ist im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht gesunken. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Deutschen Stiftung......
18.04.17
Kapstadt – Eine makabre Kinowerbung hat in Südafrika zu einem deutlich Anstieg von Organspenderegistrierungen geführt. In dem Spot wirbt eine fiktive „New Day Clinic“ in Kapstadt für eine......
07.04.17
Bremen – Die Krankenkasse Barmer hat gefordert, die Zahl der Transplantationszentren um mehr als die Hälfte zu reduzieren. „Wir benötigen keine 50, sondern maximal 20 Transplantationszentren in......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige