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Medizin

Mehr Frühgeburten und Geburts­komplikationen nach multiplen Kaiserschnitten

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Oxford – Nach fünf oder mehr Kaiserschnitten steigt das Risiko für Geburtskompli­kationen und Frühgeburten bei den betreffenden Frauen signifikant. Das berichtet eine Arbeitsgruppe des Imperial College Healthcare NHS Trust und der University of Oxford im Journal BJOG: An International Journal of Obstetrics and Gynaecology (doi 10.1111/1471-0528.12010).

Die Forscher untersuchten für ihre Studie 94 Frauen mit sogenannten Multiple Repeat Caesarean Sections (MRCS) – dies sind per definitionem Frauen, die fünf oder mehr Kaiserschnitte erlebt haben, wobei der fünfte der aktuell betrachtete sein konnte. Als Vergleichsgruppe dienten 175 Frauen mit weniger Kaiserschnitten, nämlich zwischen einem und vier. Die Wissenschaftler schätzen, dass ihre Studiengruppe mit MRCS für rund 1,2 Geburten auf 10.000 in Großbritannien steht.

Es zeigte sich, dass die MRCS-Frauen bei ihrer aktuell betrachteten Schwangerschaft deutlich häufiger große Blutungen mit mehr als 1.500 Milliliter Blutverlust erlitten: Dies betraf 18 Prozent der Studiengruppe und nur 0,6 Prozent der Vergleichsgruppe. 17 Prozent der MRCS-Frauen benötigten eine Bluttransfusion im Gegensatz zu einem Prozent der Frauen mit weniger als fünf Kaiserschnitten.

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Die Forscher beobachteten außerdem, dass die Frauen in der MCRS-Gruppe in 24 Prozent eine Frühgeburt vor der 37 Woche erlitten im Vergleich zu fünf Prozent in der Vergleichsgruppe. Auch Plazentaprobleme waren bei der Studiengruppe häufiger: 18 Prozent der Frauen zeigten eine sogenannte Placenta praevia oder Placenta accreta, also eine Fehllage der Plazenta beziehungsweise eine gestörte Plazentahaftung.

Auch im weiteren Verlauf nach der Sectio war die Situation der MRCS-Frauen kritischer: Die Hälfte von ihnen benötigte eine Hysterektomie und sogar zwei Drittel von ihnen eine Intensivbetreuung.

„Das höchste Risiko haben MRCS-Frauen mit einer Placenta praevia oder Placenta accreta. Geburtshelfer sollten sie als Risikopatienten besonders beobachten und ihre Versorgung mit einem interdisziplinären Team optimieren“, sagte Mandish Dhanjal, vom Department of Obstetrics and Gynaecology, Imperial College Healthcare NHS Trust und Co-Author der Studie.

Größere Studien zu dem Thema forderte John Thorp, BJOG Deputy-Editor-in-Chief – nur dann ließen sich sichere Empfehlungen dazu geben, wie viele Kaiserschnitte Gynäkologen bei einer Frau verantworten könnten. © hil/aerzteblatt.de

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