NewsÄrzteschaftGesundes Kinzigtal: Bessere Zusammenarbeit von Ärzten und Patienten kann Leben verlängern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Gesundes Kinzigtal: Bessere Zusammenarbeit von Ärzten und Patienten kann Leben verlängern

Donnerstag, 1. November 2012

Haslach/Hamburg – Versicherte, die sich in die Integrierte Versorgung (IV) „Gesundes Kinzigtal“ einschreiben, haben eine geringere Sterbewahrscheinlichkeit als nicht eingeschriebene Versicherte. Das hat eine Studie zur Ergebnisqualität des IV-Konzeptes ergeben. Danach verzögert sich der Sterbezeitpunkt von Versicherten, die an der IV-Versorgung teilnehmen, gegenüber nicht eingeschriebenen Versicherten im Schnitt um 1,4 Jahre. Innerhalb von zehn Quartalen nach Einschreibung verstarben 81 Mitglieder (1,76%), aber 172 Nicht-Mitglieder (3,74%) einer Vergleichsgruppe.

Die Studie „Drei Dimensionen im internen Vergleich“ soll die Ergebnisqualität, die Effi­zienz und die Mitgliedertreue der IV-Versorgung „Gesundes Kinzigtal“ untersuchen. „Erstmals konnten in einem Integrierten Vollversorgungsprojekt Ergebnisendpunkte wie die Mortalität evaluiert werden“, sagte Helmut Hildebrandt, Geschäftsführer Gesundes Kinzigtal GmbH und Vorstand der OptiMedis AG. Dies geschah im Rahmen einer Kohor­ten­studie, bei der jeweils 4.596 Mitglieder und Nicht-Mitglieder verglichen wurden. Die Auswertung erfolgte auf Basis der anonymisierten Routinedaten der AOK Baden-Württemberg.

Laut der Studie kosteten die eingeschriebenen Versicherten die Krankenkasse weniger, nämlich 151 Euro pro Kopf und Jahr gegenüber nicht eingeschriebenen Versicherten.

Anzeige

Auch den Versicherten scheint die Versorgung laut der Studie zuzusagen: Innerhalb von vier Kalenderjahren verließen 129 eingeschriebene Versicherte, aber 200 nicht einge­schriebene Versicherte ihre Kasse. „Die positiven Effekte im Kinzigtal erklären wir uns damit, dass Ärzte und Therapeuten mit den Patienten enger zusammenarbeiten, sich im Rahmen der Integrierten Versorgung mehr Zeit für die Vereinbarung gemeinsamer Ziele nehmen und ein gutes therapeutisches Bündnis entwickeln können“, erläutert der Hornberger Allgemeinarzt Martin Wetzel, Vorsitzender des Kinzigtaler Ärztenetzes MQNK. Der IV-Vertrag „Gesundes Kinzigtal“ ist 2006 mit der AOK-Baden-Württemberg gestartet. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #104321
T.Schulte
am Freitag, 2. November 2012, 10:36

Kritische Würdigung erwünscht

Liebe Leser,

wer einen tieferen Einblick in die Studie nehmen möchte, kann diese unter folgendem Link herunterladen:

http://www.optimedis.de/images/docs/aktuelles/121026_drei_dimensionen.pdf

Die hier vorgestellten Ergebnisse sind vor dem Hintergrund des Studientyps einer quasi-experimentellen Kohortenstudie zu bewerten. Eine erste Fassung der Studie wurde bereits intensiv mit zahlreichen Wissenschaftlern diskutiert und auf Basis der Rückmeldungen verbessert. Weitere wissenschaftlich fundierte Anregungen bzgl. der verwendeten Methodik oder sonstiger Verbesserungsmöglichkeiten sind ausdrücklich erwünscht.

Wir freuen uns also über Ihre Vorschläge zur Diskussion an t.schulte@optimedis.de

Mit freundlichen Grüßen

Timo Schulte
Avatar #38287
Bretscher
am Donnerstag, 1. November 2012, 22:31

?

verwundert reibe ich mir die Augen, was hier als wissenschaftliche Untersuchung präsentiert wird. Vertragsverpflichtungen werden als "Erfolg einer stärkeren Bindung" verkauft. Die Mortalität in den etwas mehr als 2,5 Jahren wird gar als Ergebnisendprodukt dargestellt und suggeriert völlig zusammenhanglos mit konkreten Erkrankungen eine bessere Behandlung. Toll. Das DÄ sollte diese Veröffentlichung wissenschaftlich überprüfen lassen, wenn hier schon Raum dafür gegeben wird. Denn mir ergibt sich nur der Eindruck einer Werbekampagne zweier Unternehmen im Eigeninteresse.
LNS

Nachrichten zum Thema

25. November 2019
Marburg – Ein tieferes Verständnis der molekularen Mechanismen von Autoimmun-, Allergie- und Entzündungszuständen soll eine europaweite Analyse von mehr als 50.000 Patienten in 50 klinischen Studien
Europaweite Studie soll personalisierte Therapie bei Autoimmunerkrankungen verbessern
28. Oktober 2019
Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen hat das Praxisnetz „HilMed – Initiative Ärzte Hildesheim“ offiziell als förderungswürdiges Ärztenetz anerkannt. Das Netz ist ein
KV Niedersachsen erkennt Praxisnetz „HilMed“ als förderungswürdig an
27. November 2018
Berlin – Die Fünf-Jahres-Bilanz über eine bis heute sehr heterogene Szene der Praxisnetze fällt gemischt aus: Einen klaren Trend, wie Zusammenarbeit in den rund 70 anerkannten Praxisnetzen in
Arztnetze: Regionalität beibehalten
7. August 2018
München/Berlin – Polymedikation, Doppeluntersuchungen, aber auch unzureichender Versorgung will die Ludwig-Maximilians-Universität in München zusammen mit anderen Partnern entgegentreten. Das vom
Innovationsprojekt: Niedergelassene Ärzte erhalten Einladungen zu Netzwerktreffen
22. Juni 2018
Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe hat die Forderung der 91. Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder (GMK) begrüßt, die Rolle der Praxisnetze stärken. „Bei uns in
KV Westfalen-Lippe unterstützt Pläne für eine Stärkung der Ärztenetze
24. Mai 2018
Potsdam – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat die Bedeutung von Ärztenetzen für die medizinische Versorgung hervorgehoben. „Wir brauchen innovative und durchdachte Lösungen, damit sich die
Spahn lobt Beitrag von Ärztenetzen zur Versorgung im ländlichen Raum
4. Mai 2018
Berlin – Der Vorstandsvorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze (AdA), Veit Wambach, geht davon aus, dass die Gesundheitspolitik in dieser Legislaturperiode Forderungen der Arztnetze gesetzlich
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER