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Medizin

Übergewichtige und rauchende Schwangere bekommen häufiger übergewichtige Kinder

Donnerstag, 1. November 2012

dpa

Nottingham – Mütter, die während der Schwangerschaft übergewichtig sind und rauchen, haben später häufiger übergewichtige Kinder als Mütter, die diesen Angewohnheiten nicht nachgehen. Weitere Risikofaktoren für übergewichtige Kinder seien außerdem ein hohes Geburtsgewicht und eine schnelle Gewichtszunahme innerhalb des ersten Lebensjahres. Das berichten Wissenschaftler um Stephen Weng von der School of Community Health Sciences der Universität Nottingham nach einer Metaanalyse in den Archives of Disease in Childhood (doi:10.1136/archdischild-2012-302263).

Die Forscher werteten in ihrer Arbeit die Daten von insgesamt 30 Studien aus. Dabei bezogen sie nur Arbeiten zwischen 1990 und 2011 ein, in denen die Kinder bis zu zwei Jahre nach der Geburt beobachtet wurden und in denen auch während der Schwangerschaft schon auf potenzielle Risikofaktoren geachtet wurde. Insgesamt schlossen die Wissenschaftler so rund 200.000 Studienteilnehmer in ihre Analyse ein.

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Es zeigte sich, dass übergewichtige, schwangere Frauen, ein hohes Geburtsgewicht des Kindes und während der Schwangerschaft rauchende Mütter häufiger übergewichtige Kinder hatten, als Frauen, auf die diese Risikofaktoren nicht zutrafen.

So erhöhte das Rauchen während der Schwangerschaft das Risiko für ein überge­wichtiges Kind um etwa 47,5 Prozent, wohingegen Stillen und eine späte Entwöhnung präventiv wirkten. Stillen allein senkte das Risiko für ein übergewichtiges Kind um rund 15 Prozent.

Zwischen dem Alter der Mutter, ihrem Bildungsstand oder einer vorliegenden Depressivität und Übergewicht bei den Kindern konnten die Wissenschaftler hingegen keinen Zusammenhang feststellen.

Die Forscher schlossen, gefährdete Säuglinge sollten möglichst engmaschig ärztlich kontrolliert werden, um Übergewicht-assoziierten Erkrankungen möglichst frühzeitig vorzubeugen. © hil/aerzteblatt.de

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