NewsÄrzteschaftBÄK richtet Kontaktstelle zur Überprüfung von Chefarztverträgen ein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

BÄK richtet Kontaktstelle zur Überprüfung von Chefarztverträgen ein

Freitag, 2. November 2012

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat in Kooperation mit dem Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) eine Kontaktstelle für die Überprüfung von Zielvereinbarungen in Chefarztverträgen eingerichtet. „Die Anbindung der Chefarzt­vergütung an vorrangig ökonomisch ausgerichtete Zielkriterien birgt Risiken für die Patientenversorgung und widerspricht dem ärztlichen Berufsethos“, erklärte dazu BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Mit Hilfe der Kontaktstelle könnten berufsrechtlich kritische Vorgaben in den Verträgen identifiziert werden.

Ärztinnen und Ärzte können sich an die Kontaktstelle wenden und in Anbahnung befindliche Verträge mit entsprechenden Passagen unter der E-Mail-Adresse dezernat5@baek.de melden, so die BÄK. Fragwürdige Vertragsinhalte würden in der Kontaktstelle dokumentiert. „Wir behalten uns vor, unsere Prüfungsergebnisse bei rechtlich oder ethisch-moralisch besonders kritische Fällen auch zu veröffentlichen“, sagte Montgomery. Die eingehende rechtliche Bewertung von Verträgen solle weiterhin die zuständige Lan­des­ärz­te­kam­mer auf Grundlage der jeweiligen Berufsordnung vornehmen.

Anzeige

Ins Schlaglicht des öffentlichen Interesses gerieten erfolgsabhängige Boni in Chefarzt­verträgen vor kurzem unter anderem durch den Transplantationsskandal in Göttingen. Die Bundes­ärzte­kammer, der VLK und der Marburger Bund (MB) hatten bereits 2002 in einer gemeinsamen Stellungnahme solche Bonuszahlungen für „höchst bedenklich und daher abzulehnen“ erklärt.

Darüber hinaus hat die BÄK im Jahr 2007 im Deutschen Ärzteblatt ein Thesenpapier mit dem Titel "Wahrung der ärztlichen Unabhängigkeit - Umgang mit der Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens - Hinweise und Erläuterungen" veröffentlicht, in dem Fragen zur Zulässigkeit finanzieller Anreize beantwortet werden.

Der Marburger Bund hat im Vorfeld seiner 122. Haupt­ver­samm­lung, die heute und Morgen in Berlin stattfindet, seine Kritik an den Bonuszahlungen für Chefarztverträge erneuert: „Um es klar zu sagen: Fallzahlen haben in Zielvereinbarungen nichts zu suchen“, betonte der 1. MB-Vorsitzende Rudolf Henke. © fos/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. November 2020
Berlin – Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Deutsche Aidshilfe (DAH) haben anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember eine gemeinsame Broschüre für Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal vorgelegt. Sie
Broschüre soll Unsicherheiten im Umgang mit HIV-Patienten ausräumen
26. November 2020
Berlin – Der Geschäftsführer der Dievini Hopp BioTech Holding, Friedrich von Bohlen und Halbach, geht davon aus, dass DNA- und mRNA-basierte Impfstoffe schnell und günstig adaptiert werden können, um
Auch nach den ersten Coronaimpfungen bleiben offene Fragen
24. November 2020
Berlin – Sanktionen sind das falsche Mittel, um Ärzten zu begegnen, die Vorbehalte gegen die Digitalisierung in Praxen und den Anschluss an der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) haben. Das hat der Präsident
Reinhardt: „Jetzt ist nicht die Zeit für Sanktionen“
16. November 2020
Berlin – Vor den Beratungen von Bund und Ländern zur Coronalage in Deutschland forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, eine stärkere Unterstützung für die Krankenhäuser. Viele
Ärztepräsident fordert mehr Hilfe für Kliniken gegen Überlastung
5. November 2020
Berlin – Angesichts der aktuell weiterhin durch die Pandemie bestimmten Lage „wird die Politik nicht umhin kommen, Deutschlands Krankenhäuser – wenn auch präziser und passgenauer als im Frühjahr –
Politik muss Rahmen gegen Kommerzialisierung der Medizin schaffen
3. November 2020
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Zahlen von SARS-CoV-2 vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. „Wir müssen jetzt die Notbremse
Reinhardt bewertet Lockdown als angemessen
23. Oktober 2020
Berlin – Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes. Dies stellten heute die Präsidentinnen und Präsidenten der Lan­des­ärz­te­kam­mern und
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER