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Ärzteschaft

BÄK richtet Kontaktstelle zur Überprüfung von Chefarztverträgen ein

Freitag, 2. November 2012

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat in Kooperation mit dem Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) eine Kontaktstelle für die Überprüfung von Zielvereinbarungen in Chefarztverträgen eingerichtet. „Die Anbindung der Chefarzt­vergütung an vorrangig ökonomisch ausgerichtete Zielkriterien birgt Risiken für die Patientenversorgung und widerspricht dem ärztlichen Berufsethos“, erklärte dazu BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Mit Hilfe der Kontaktstelle könnten berufsrechtlich kritische Vorgaben in den Verträgen identifiziert werden.

Ärztinnen und Ärzte können sich an die Kontaktstelle wenden und in Anbahnung befindliche Verträge mit entsprechenden Passagen unter der E-Mail-Adresse dezernat5@baek.de melden, so die BÄK. Fragwürdige Vertragsinhalte würden in der Kontaktstelle dokumentiert. „Wir behalten uns vor, unsere Prüfungsergebnisse bei rechtlich oder ethisch-moralisch besonders kritische Fällen auch zu veröffentlichen“, sagte Montgomery. Die eingehende rechtliche Bewertung von Verträgen solle weiterhin die zuständige Lan­des­ärz­te­kam­mer auf Grundlage der jeweiligen Berufsordnung vornehmen.

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Ins Schlaglicht des öffentlichen Interesses gerieten erfolgsabhängige Boni in Chefarzt­verträgen vor kurzem unter anderem durch den Transplantationsskandal in Göttingen. Die Bundes­ärzte­kammer, der VLK und der Marburger Bund (MB) hatten bereits 2002 in einer gemeinsamen Stellungnahme solche Bonuszahlungen für „höchst bedenklich und daher abzulehnen“ erklärt.

Darüber hinaus hat die BÄK im Jahr 2007 im Deutschen Ärzteblatt ein Thesenpapier mit dem Titel "Wahrung der ärztlichen Unabhängigkeit - Umgang mit der Öko­nomi­sierung des Gesundheitswesens - Hinweise und Erläuterungen" veröffentlicht, in dem Fragen zur Zulässigkeit finanzieller Anreize beantwortet werden.

Der Marburger Bund hat im Vorfeld seiner 122. Haupt­ver­samm­lung, die heute und Morgen in Berlin stattfindet, seine Kritik an den Bonuszahlungen für Chefarztverträge erneuert: „Um es klar zu sagen: Fallzahlen haben in Zielvereinbarungen nichts zu suchen“, betonte der 1. MB-Vorsitzende Rudolf Henke. © fos/EB/aerzteblatt.de

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