NewsVermischtesUmfrage: MedTech-Branche schwächelt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Umfrage: MedTech-Branche schwächelt

Freitag, 2. November 2012

© dpa

Berlin – Die Medizintechnologiebranche muss sich mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen aueinandersetzen. Das geht aus der aktuellen Herbstumfrage des Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hervor. Demnach liegt das Umsatz­wachstum 2012 bei durchschnittlich 4,4 Prozent, im Vorjahr waren es noch 5,3 Prozent.

Dem Bundesverband zufolge stagniert dabei vor allem die Entwicklung im deutschen Markt. Der Export in ausländische Märkte entwickle sich dagegen weiterhin sehr gut, so BVMed-Geschäftsführer Joachim Schmitt.

Anzeige

Auch die Gewinnsituation der MedTech-Unternehmen ist nach Angaben des BVMed durch den enormen Preisdruck, insbesondere durch Einkaufsgemeinschaften und Ausschreibungen, durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise und durch höhere Außenstände stark geschmälert. „Der Standort Deutschland wird zwar nach wie vor überwiegend positiv beurteilt, es werden aber zunehmend die niedrigen Erstattungs­preise und eine innovationsfeindliche Politik der Krankenkassen kritisiert“, so Schmitt.

Zudem werde Deutschland als Standort für die Einführung von innovativen Verfahren der Medizintechnologie immer kritischer gesehen. „Wir haben mittlerweile international die niedrigsten Erstattungspreise beispielsweise im Implantatebereich“, sagte der Verbands­chef.

Hinzu kämen die Unsicherheiten durch die anhaltende Diskussion über die Sicherheit und den Nutzen von Medizinprodukten, die pauschalen Verunglimpfungen durch die Krankenkassenverbände und die zahlreichen ungeklärten Fragen bei der neuen Erprobungsregelung.

Joachim Schmitt: „Wir brauchen deshalb rasch stabile Rahmenbedingungen für die Innovationseinführung in Deutschland und die Nutzenbewertung von Medizinprodukten.“ Das gehe nur durch ein verstärktes Miteinander der Beteiligten: Ärzteschaft, Kranken­häuser, Krankenkassen und Unternehmen.

Medizintechnik bleibt Jobmotor
Laut Umfrage bleibt die Medizintechnik-Branche trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation ein Jobmotor. Knapp 60 Prozent der Unternehmen gaben an, Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland über 175.000 Menschen.

Hingegen ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des BVMed, dass die Medizintechno­logie­branche bei Abgeordneten, Behörden- und Kassenvertretern sowie Fachjourna­listen weiter an Bedeutung gewinnt. Laut Analyse verbinden Entscheider mit der Medizintechnologiebranche vor allem die Eigenschaften „Innovationskraft“ (86 Prozent) und „Bedeutender Wirtschaftsfaktor“ (78 Prozent). Beide Werte sind gegenüber früheren Umfragen weiter angestiegen.

84 Prozent der Befragten sind zudem der Ansicht, dass Medizinprodukte einen wesent­lichen Beitrag zur Lebensqualität der Menschen leisten. 87 Prozent der befragten Entscheider bescheinigen innovativen Medizintechnologien einen großen Beitrag zum medizinischen Fortschritt. Verzögerungen bei der Kostenerstattung innovativer Medizintechnologien beklagen vor allem Fachjournalisten und Behörden (jeweils 48 Prozent). Kassenvertreter (32 Prozent) und Abgebordnete (16 Prozent) sehen hier weniger Probleme.

Die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems wird von den Entscheidern insgesamt besser als vor zwei Jahren beurteilt. Kassenvertreter, Abgeordnete und Fachjournalisten bezeichnen die Leistungsfähigkeit zu 100 Prozent als gut oder sehr gut. Bei den befragten Behördenvertretern sind es 96 Prozent. „Diese Werte liegen deutlich über denen aus dem Jahr 2010“, so die Studienautoren. Auch die künftige Entwicklung der Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems in den nächsten vier Jahren werde positiver als 2010 bewertet, vor allem von Abgeordneten und Kassenvertretern. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. Dezember 2019
Stuttgart – Die wachsende Nachfrage nach Medizintechnik und die innovative EUV-Technologie bei der Chipproduktion haben dem Optikkonzern Carl Zeiss zu einem neuen Rekordergebnis verholfen. Erstmals
Medizintechnik und Halbleiter sind Treiber bei Zeiss
11. Dezember 2019
Berlin – Nach Ansicht der Bundesregierung bietet der 3-D-Druck für viele Industriebereiche interessante Lösungsansätze. Das gilt auch für Medizinprodukte, vor allem der Orthetik und Prothetik. Das
3-D-Druck für Medizinprodukte interessant
6. Dezember 2019
Jena – Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 (per 30. September) von weiterhin guten Geschäften in der Augenheilkunde und Mikrochirurgie profitiert und
Carl Zeiss Meditec mit deutlichem Ergebnisanstieg
14. November 2019
Leipzig – Wissenschaftler des Innovationszentrums für computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Universität Leipzig wollen Handlungsabläufe am Unfallort und in der Klinik besser aufeinander abstimmen.
Mobile Medizintechnik soll Versorgung von Unfallopfern verbessern
12. November 2019
Mannheim – Einen intelligenten Katheter, der rasch zu einem Gefäßverschluss im Gehirn navigiert und die Entfernung eines Blutgerinnsels ermöglicht, entwickeln Wissenschaftler der Projektgruppe für
Intelligenter Katheter soll zu Blutgerinnseln im Gehirn navigieren
6. November 2019
Hamburg – Unterstützung bei der Versorgung chronischer Wunden sollen Pflegende künftig über eine Datenbrille mit Augmented-Reality-Technologie erhalten. Daran arbeiten Wissenschaftler verschiedener
Augmented-Reality-Brille hilft bei der Pflege chronisch Kranker
5. November 2019
Bielefeld – Forschende der Universität Bielefeld haben gemeinsam mit Partnern aus Jena das superauflösende Mikroskopieren deutlich beschleunigt und damit praxistauglicher gemacht. Sie konnten zeigen,
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER