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Vermischtes

Martin Siebert soll neuer Chef der Rhön-Klinikum AG werden

Freitag, 2. November 2012

Hamburg – Laut einem Bericht der Financial Times Deutschland vom 1. November soll der langjährige Asklepios-Manager Martin Siebert in die Fuß­stapfen des scheidenden Vorstands­vorsitzenden des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum, Wolfgang Pföhler, treten. Dieser hatte im September seinen Rück­zug für Ende des Jahres angek­ündigt.

Siebert ist seit 1. Oktober einfaches Vorstandsmitglied der Klinikkette. Der 51-Jährige war zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung der Median-Kliniken, deren Leitung er 2010 übernommen hatte. Seitdem ist das Unternehmen von 27 auf 42 Einrichtungen gewachsen. Zuvor war Siebert 16 Jahre lang am Aufbau der Asklepios-Kliniken beteiligt; inzwischen hinter Helios und Rhön die Nummer drei der Branche.

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Verschiedenen Medienberichten zufolge ist Siebert ein enger Vertrauter von Rhön-Aufsichts­ratschef Eugen Münch, der zugleich Gründer und größter Aktionär des Unternehmens ist. Bei seiner Berufung am 5. September nannte Münch ihn einen „erfahrenen Branchenexperten“, was Insider als Ritterschlag werteten. Angeblich will der Aufsichtsrat Siebert am 7. November zum Vorstandsvorsitzenden bestellen.

Ende September hatte der Rhön-Aufsichtsrat bekannt gegeben, dass Pföhler sein Amt als Vorstandsvorsitzender Ende des Jahres niederlegen wird – „auf eigenen Wunsch und im besten freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat“. Zumindest Letzteres darf bezweifelt werden. Schließlich hatte Aufsichtsratschef Münch im Frühjahr hinter Pföhlers Rücken einen Verkauf des Konzerns an Fresenius mit seiner Tochter Helios-Kliniken eingefädelt.

Der Deal ist zwar gescheitert (die Mindestannahmequote von 90 Prozent der Stimmrechtsanteile wurde knapp verfehlt), das Verhältnis zwischen Münch und Pföhler ist seither aber beschädigt. Ökonomische Gründe für Pföhlers Abschied sind nicht ersichtlich. In seiner Ära stieg der Umsatz von 1,4 Milliarden Euro (2005) auf 2,6 Milliarden Euro (2011). Dabei legte der Gewinn jährlich etwas zu: von damals 88 Millionen Euro auf zuletzt 161 Millionen Euro.

Neben Vorstandschef Pföhler hat auch Finanzvorstand Erik Hamann die Rhön-Klinikum AG verlassen. Sein Nachfolger ist seit 1. November das bisherige Mitglied des Rhön-Aufsichtsrats Jens-Peter Neumann. Er ist in der Finanzszene bekannt als früherer Chef der Kapitalmarktsparte der Dresdner Bank. Nach der Übernahme durch die Commerzbank hatte er mit Erfolg seinen Bonus und eine Abfindung eingeklagt (zusammen 4,5 Millionen Euro), obwohl seine Abteilung mit riskanten Geschäften hohe Verluste gemacht hatte. Neumann wurde daraufhin von der Presse als „Gier-Banker“ bezeichnet. © hil/JF/aerzteblatt.de

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