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Hauterkrankungen verstärken personellen Engpass in der Pflege

Montag, 5. November 2012

Berlin – Seit 2009 sind die Meldungen von Hauter­kran­kungen um 25 Prozent gestiegen. Seit jenem Jahr gibt es die „Aktionswoche Haut&Job“, in der Derma­tologen und Berufsgenossenschaften auf die Gefahren von Hauterkrankungen hinweisen. „Dieser Anstieg bedeutet nicht, dass es nun mehr Erkrankungen gibt, sondern lediglich, dass die Dunkelziffer etwas kleiner geworden ist“, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie (ABD) in der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DGG), Swen Malte John, heute zum Auftakt der Aktionswoche in Berlin.

Insgesamt, schätzt John, gebe es wahrscheinlich etwa zwei Millionen Menschen mit einer beruflichen Hauterkrankung, die diese bislang nicht gemeldet hätten. „Die Kampagne will die Vorurteile widerlegen, Hautschutz sei nur etwas für Kranke oder Hauterkrankungen seien ein Schicksal“, erklärte der Dermatologe. „Oder noch schlimmer: Kaputte Hände seien ein Zeichen von Einsatz im Job.“

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Von Hauterkrankungen betroffen sind vor allem Friseure, Kranken- und Altenpfleger, Bauarbeiter und Floristen. „90 Prozent der Menschen, die in der Altenpflege an einer Hauterkrankung leiden, sind jünger als 25 Jahre alt“, berichtete John. Für diese jungen Pflegerinnen und Pfleger sei es ein Super-GAU, wegen einer vermeintlichen Lappalie wie einer Hauterkrankung den Beruf aufgeben zu müssen.

Neben Problemen mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sei die häufigste Ursache für Hauterkrankungen die sogenannte Arbeit im Feuchtmilieu, erklärte der stellvertretende Pressesprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Stefan Boltz.  In den vergangenen fünf Jahren habe die DGUV in 17.000 Fällen Leistungen zur Heilbehandlung und Rehabilitation infolge einer Feuchtarbeit eingeleitet. 

Insgesamt seien der DGUV in den vergangenen fünf Jahren 66.000 Fälle von Hauterkrankungen bekannt geworden, in 4.000 Fällen waren Altenpflegerinnen und –pfleger betroffen. „Das klingt zunächst nicht viel“, sagte Boltz. Doch im Hinblick auf den demografischen Wandel gebe es in Deutschland einen sehr hohen Bedarf an Pflegekräften. „Jede Altenpflegerin, die wegen einer Hauterkrankung fehlt, fehlt wirklich“, so Boltz. 

Die Vorsitzende der Deutschen Kontaktallergie-Gruppe in der DGG, Vera Mahler, berichtete von einer 58-jährigen Altenpflegerin, die vor einer Woche aufgrund von eingerissener Haut an den Fingerkuppen zu ihr gekommen sei.

„Die schädigenden Auswirkungen auf die Hautbarrieren werden sowohl bei Alten- als auch bei Krankenpflegern durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit bei gleichzeitigem Kontakt zu Detergienten wie Waschlotionen und Irritantien wie alkoholischen Händedesinfektion verstärkt“, erläuterte Mahler. Sie habe die Pflegerin krankschreiben wollen, um ihrer Haut Zeit zu geben, sich zu erholen. Die Pflegerin habe jedoch abgelehnt. Aufgrund der Personalengpässe könne sie nicht zu Hause bleiben. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #658636
Henning.r
am Montag, 5. November 2012, 23:27

Wohl wahr...

diese Erlebnisse kann ich als Krankenpfleger bestätigen! Allerdings sind wir als Männer in dieser Berufsgruppe etwas zu sehr in der Unterzahl, als das fast nur männliche Berufsbezeichnungen in dem Artikel vorkommen?
LNS

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