Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

55 Gründe Arzt zu werden: „Liebeserklärung an den Beruf“

Montag, 5. November 2012

Berlin – Wer sich in Zukunft fragt, ob Arzt der richtige Beruf wäre, dem kann man raten: Schlag nach bei Markus Müschenich. Müschenich, Jahrgang 1961 und selbst ausgebildeter Arzt, hat ein Buch voller Argumente für seinen Traumberuf geschrieben: „55 Gründe, Arzt zu werden“. Ärztinnen und Ärzte haben den Beruf mit dem höchsten Prestige und arbeiten an den Grenzen des Lebens. Sie können überall tätig sein, verdienen immer noch vergleichsweise gut und sicher ihr Geld und bleiben auf Partys nie allein - um nur ein paar der 55 Gründe zu nennen, die Müschenich anführt.

Auf knapp 250 Seiten stellt er viele mögliche Facetten des Arztseins vor, einer Profession, von der er immer noch sagt: „Ich bin Arzt und liebe meinen Beruf.“ In seinem Vorwort stellt er klar, dass er mit seinem leidenschaftlichen Plädoyer auch gegen den Zeitgeist, die Klagen der Kollegen und diverse Untergangsszenarien der Zukunft anschreibt. Müschenich leugnet nicht, dass manche Kritik ihre Berechtigung hat. Aber er gibt zu bedenken: „Dieser Beruf bietet auch in Zukunft eine solche Fülle von Karrierechancen und Gestaltungsmöglichkeiten, dass keiner, der ernsthaft Arzt werden möchte, sich von bestehenden Problemen abschrecken lassen sollte.“

Für Frank Ulrich Montgomery, der Müschenichs Buch am vergangenen Freitag in Berlin vorstellte, kommen die „55 Gründe“ persönlich ein bisschen zu spät: Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) ist mit Leidenschaft Arzt und wirbt seit langem, so wie nun Autor Müschenich, für seinen Beruf. In Montgomerys Familie hatte das erst jüngst Erfolg, noch bevor das Buch erschien, wie er berichtete: Seine Tochter hat vor wenigen Wochen ihr Medizinstudium aufgenommen.

Der BÄK-Präsident lobte gleichwohl die Neuerscheinung: „Ich finde das Buch gut, nützlich und nötig.“ Seiner Meinung nach ist zwar nicht zu leugnen, dass manche Rahmenbedingungen für Ärzte schlechter geworden sind. Doch die berechtigten Klagen führten zu Kollateralschäden, gab er zu bedenken: Junge Menschen fragten sich, warum sie tatsächlich Ärztin oder  Arzt werden sollten. Darauf gebe das Buch 55 gute Antworten, „und in den Nebensätzen sogar noch mehr.“

Autor Müschenich hat sich nicht zum ersten Mal über die Rahmenbedingungen und die möglicherweise unterschätzten Möglichkeiten des Arztberufs Gedanken gemacht, wie er bei der Buchvorstellung erzählte. In den 90er Jahren, als es noch in nennenswertem Umfang arbeitslose Ärzte gab und die Beschäftigungschancen viel schlechter waren als heute, erarbeitete der gelernte Kinderarzt im Auftrag der Ärztekammer Nordrhein ein Handbuch über alternative Berufsfelder für Ärzte.

Nun fand Müschenich es reizvoll, sich erneut über Chancen für Ärztinnen und Ärzte Gedanken zu machen, wenn auch in einer anderen Zeit. Die Fülle an Möglichkeiten sieht er nach wie vor: „Man kann sich als Hausarzt mit dem ganzen Menschen beschäftigen oder mit einem Teil von ihm, beispielsweise bei der Entschlüsselung eines Teils des Genoms“, betonte er. „Man ist als Arzt oder Ärztin überall da gefragt, wo es darum geht, Verantwortung zu übernehmen.“

Müschenich ist überzeugt, dass in den nächsten Jahren den Ärztinnen und Ärzten vielerorts, nicht zuletzt in den Kliniken, wieder mehr Gehör geschenkt werden wird: „Das Lehrbuch der Ökonomie ist abgearbeitet“, sagt er, der selbst bis vor kurzem als Vorstand der Sana Kliniken AG viel mit ökonomischen Fragestellungen zu tun hatte. „Wenn man abgehobene Entscheidungen vermeiden will, muss man Ärzte fragen.“ © Rie/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

chirurg71
am Dienstag, 6. November 2012, 09:36

Lächerlich

Seit 1996 !!! ist der Buchautor nicht mehr kurativ tätig. Die Vita ist problemlos auf der Internetpräsenz des Autors nachzulesen. Nach Wechsel in den Verwaltungs/Managementsektor fällt es da offenbar sehr leicht Gründe FÜR den Arztberuf zu finden.
Andreas Skrziepietz
am Montag, 5. November 2012, 19:58

Man ist als Arzt oder Ärztin überall da gefragt, wo es darum geht, Verantwortung zu übernehmen.“

Und zwar für einen Stundenlohn, für den Seine Majestät der Hilfsarbeiter bei VW oder Daimler morgens nicht aufstehen würde. Und Kreaturen wie Sepp Ackermann und seine Erfüllungsgehilfen im Bundestag natürlich erst recht nicht.

Daß der Autor nicht ärztlich tätig ist, braucht wohl nicht erwähnt werden. Ebenso wie der Engländer hat er erkannt, daß es lukrativer ist, von anderen Dinge zu verlangen, die man selbst niemals zu tun bereit wäre.

Fazit: Ein Buch, das in den Mülleimer gehört.
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige