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Ausland

Europa­abgeordnete fordern mehr Engagement gegen Antibiotika­resistenzen

Dienstag, 6. November 2012

Brüssel – Einen verstärkten Kampf gegen Antibiotikaresistenzen fordert der Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments. „Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation sterben in Europa jährlich 25.000 Menschen an resistenten Erregern. Diese Zahl darf uns nicht ruhen lassen“, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Peter Liese.

Die meisten Todesfälle gingen dabei auf mangelnde Hygiene und unkritische Einnahme von Antibiotika in der Humanmedizin selbst zurück, sagte Liese, der selbst Arzt ist. Der Ausschuss schlägt vor, auf den Beipackzettel in hervorgehobener Form auf die korrekte Einnahme von Antibiotika hinzuweisen und dabei zum Beispiel zu betonen, dass Patienten sie nicht bei der ersten Besserung der Symptome vorzeitig absetzen sollten.

Ein weiterer Aspekt sei der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Wichtig sei, dort weniger Antibiotika zu verwenden und den Einsatz besser zu kontrollieren. Der Ausschuss fordert daher nationale Register für den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung in allen 27 Mitgliedstaaten nach einheitlichen Kriterien. „Wir müssen deshalb dringend europäisch zusammenarbeiten und auch bei Importen unsere strengen Maßnahmen durchführen“, so Liese.

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Außerdem fordern die Abgeordneten, die Anstrengungen in die Forschung zu intensivieren. „Wir brauchen neue Ansätze in der Forschungsförderung, so dass Anreize für Unternehmen bestehen, Forschung für neue Antibiotika zu betreiben, auch wenn diese nur im absoluten Notfall eingesetzt werden sollten und somit wenig Geld zu verdienen ist“, so Liese. © hil/aerzteblatt.de

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