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Medizin

Mehr kardiale Todesfälle im Winter nicht witterungsbedingt

Dienstag, 6. November 2012

Los Angeles – Im Winter ist die Zahl der kardialen Todesfälle um ein Drittel höher als im Sommer. Dies ist nach Ansicht von US-Kardiologen jedoch nicht auf die schlechtere Witterung zurückzuführen. Ihre auf der Jahrestagung der American Heart Association in Los Angeles vorgestellte Studie zeigt, dass der Anstieg der kardialen Todesfälle in den südlichen US-Staaten, die keinen eigentlichen Wintereinbruch kennen, genau so stark ausfällt wie in nördlichen Staaten.

Der Mann im besten Lebensalter, der nach einem opulenten Mahl und einigen Zigaretten erschöpft aus dem warmen Restaurant in die Kälte eines Schneegestöbers tritt, und prompt einen tödlichen Angina-pectoris-Anfall erleidet, ist durch die Abbildung im Netter-Atlas sinnbildlich geworden für die erhöhte Rate von Herzinfarkten in den Wintermonaten.

Die Auswertung der Sterbedaten aus den Jahren 2005 bis 2008, die Bryan Schwartz vom Good Samaritan Hospital in Los Angeles zusammengestellt hat, scheint dieses Bild auf den ersten Blick auch zu bestätigen. Die Zahl der kardialen Todesfälle war auf dem Gipfel der jahreszeitlichen Verteilung im Winter zwischen 26 und 36 Prozent höher als im Sommer.

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Doch diese jahreszeitlichen Schwankungen konnte Schwartz nicht nur für Massa­chusetts, Pennsylvania und Washington nachweisen, wo es im Winter Kälte und Schnee gibt, sondern auch für Texas, Arizona, Georgia, Los Angeles. Dort sind die Temperaturen auch in den Wintermonaten angenehm mild (und oft erträglicher als im Sommer). Eine witterungsbedingte Konstriktion der Blutgefäße oder ein Anstieg des Blutdrucks infolge niedriger Außentemperaturen erscheint hier unwahrscheinlich.

Doch auch hier kommt es im gleichen Ausmaß wie in den nördlichen Regionen im Winter zu mehr kardialen Todesfällen. Den Grund vermutet Schwarz eher in einer unge­sünderen Lebensweise. Überall würden sich die Menschen im Winter weniger ausgewogen ernähren und nicht so viel Sport treiben, mutmaßt der Kardiologe. © rme/aerzteblatt.de

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