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Politik

Innovative Arbeitszeitmodelle in der Klinik dringend nötig

Mittwoch, 7. November 2012

Berlin – Neue Arbeitszeitmodelle im Krankenhaus sind nötig, um Spitzenleistungen in Medizin und Pflege und gleichzeitig ein erfülltes Familien- und Privatleben zu ermög­lichen. Wie diese Modelle aussehen könnten, stand im Mittelpunkt eines Treffens, das die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ heute in Berlin veranstaltet haben.

„Familienbewusste Arbeitszeitgestaltung ist ein Zukunftsthema in allen Branchen“, sagte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Er betonte, dass innovative Arbeitszeitmodelle ein Schlüssel für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit ein wichtiger Wettbewerbsfaktor bei Fachkräftemangel seien.

Das bestätigte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. „Für immer mehr Kliniken ist das eine zentrale Strategie, um attraktiv für Fachkräfte in Pflege und Medizin zu sein“, sagte er. Krankenhäuser engagierten sich daher trotz der schwierigen Rahmen­bedingungen zunehmend für Arbeitszeitmodelle, die Beruf und Familie vereinbar machen, so der Hauptgeschäftsführer.

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Im Mittelpunkt der Diskussion standen Leitsätze, die Kliniken im Vorfeld der Veranstaltung auf Initiative des Netzwerkbüros „Erfolgsfaktor Familie“ erarbeitet hatten. „Die anspruchs­voller werdende Aufgabe, Fachpersonal zu gewinnen und zu halten, gestiegene Vereinbarkeitsansprüche und der weiter wachsende Frauenanteil im ärztlichen Dienst lassen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Krankenhäuser zu einer ökono­mischen Notwendigkeit werden“, heißt es dort.

Wichtige Merkmale einer neuen Arbeitszeitkultur im Krankenhaus seien unter anderem eine Ergebnis- statt einer Präsenzorientierung und die „Akzeptanz von Gestaltungs­optionen der Beschäftigten“. Dies umzusetzen könne aber nur gelingen, wenn die obere Führungsebene von der Notwendigkeit einer neuen Arbeitszeitkultur überzeugt sei.

„Die Entwicklung von Arbeitszeitlösungen, die von bekannten Mustern abweichen, erfordert Mut und das Überzeugen von Führungskräften in Kliniken. Ihnen muss deutlich werden, dass es sich hier auch um eine wirtschaftlich relevante Herausforderung handelt“, sagte Klaus Höffken, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena, auf dem Treffen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der „Charta für familienbewusste Arbeitszeiten“ statt, mit der sich das Bundesfamilien­ministerium mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften zu einem gemeinsamen Engagement für innovative Arbeitszeitmodelle verpflichtet hat. © hil/aerzteblatt.de

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