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Ärzteschaft

Sicherstellung der Versorgung: KBV stellt allen niedergelassenen Ärzten die Grundsatzfrage

Donnerstag, 8. November 2012

Köln – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) befragt alle 150.000 niederge­lassenen Vertragsärzte und Psychologische Psychotherapeuten, ob und unter welchen Bedingungen sie am Sicherstellungsauftrag für die ambulante Versorgung festhalten wollen. Diesen ungewöhnlichen Schritt begründete der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt mit den gravierenden Veränderungen, die sich in den letzten 20 Jahren im Verhältnis der Krankenkassen zu den niedergelassenen Ärzten ergeben haben.

Insbesondere beklagt Köhler die fehlende Wertschätzung der Kassen gegenüber der täglichen Arbeit der Niedergelassenen. Mangelnde Wertschätzung spüre man darüber hinaus in Fragen der Qualitätssicherung, bei Richtlinien und in Vergütungsfragen. Anstatt die wichtige und gesellschaftlich wertvolle Arbeit der Ärzte zu goutieren, erlebe man gerade in der jüngeren Vergangenheit, dass die Ärzte von den Krankenkassen öffentlich als Abzocker und Betrüger bezeichnet werden.

Interview mit Dr. med. Andreas Köhler: Sicherstellung – Freiheit oder Fessel?

Die KBV stellt den 150 000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten die Grundsatzfrage: Unter welchen Bedingungen soll die umfassende ambulante Versorgung weiter garantiert werden? 

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Die Befragung der Vertragsärzte und Psychotherapeuten läuft von Mitte November bis Mitte Dezember. Von dem Ergebnis will die KBV abhängig machen, ob sie den Gesetzgeber bitten wird, den Sicherstellungsauftrag zurückzunehmen oder welche Forderungen erfüllt werden müssen, um den Versorgungsauftrag fortführen zu können.

Der Sicherstellungsauftrag verpflichtet die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen dazu, allen gesetzlich Versicherten in Deutschland eine ausreichende, notwendige und wirtschaftliche ambulante Versorgung zu gewährleisten – sowohl in der regulären Sprechstunde als auch im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Mit der Übernahme dieses Auftrags im Jahr 1955 haben die niedergelassenen Ärzte zugleich auf ihr Streikrecht verzichtet. © JM/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #19708
chrelli
am Freitag, 9. November 2012, 05:24

Abschaffung der gesamtem KBV

Das muss das Ziel sein! Diese Nachkriegsmonstrum gehört entmachtet und eingemottet. Wie kann es sein, dass die Funktionäre sich die Taschen vollstopfen und wir Mitglieder nicht wissen, wie wir über die Runden kommen sollen? Wie kann das sein, dass ein Neurologe in BW fast das Doppelte für die gleich Leistung erhält und der Fachkollege in NRW? Wieso ist die unglaublich schöne Beruf inzwischen so uninteressant, dass die ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen keine Nachfolger mehr finden? Wir sind Freiberufler und als solche den Patientinnen und Patienten verpflichtet und sonst niemandem. Es gibt kein Land der Erde, das ein solches Konstrukt wie die KBV hat. In vielen vergleichbaren Ländern haben wir eine höhere Lebenserwartung, weniger Arztbesuche und eine erheblich höhere Zufriedenheit unter den Ärzten. Es gibt nur eins: Weg mit der KV!!
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