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Lebensmittel­kontrolle beanstandete 2011 ein Viertel der Betriebe

Donnerstag, 8. November 2012

© dapd

Berlin – Die Lebensmittelkontrolleure in Deutschland haben im vergangenen Jahr erneut etwa jeden vierten Betrieb beanstandet. Insgesamt wurden in rund 146.000 der unter­suchten Firmen Verstöße registriert – in jedem zweiten Fall betraf das die Betriebs­hygiene, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) heute in Berlin mitteilte. 

Insgesamt wurden rund 548.000 Nahrungshersteller, Gaststätten und Handwerksbetriebe durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder unter die Lupe genommen. Bei 27 Prozent der untersuchten Betriebe stellten die Behörden Verstöße gegen die gelten­den Vorschriften fest. Von den rund 402.000 Lebensmittelproben wurden fast 52.500 und damit gut 13 Prozent beanstandet.  

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In der überwiegenden Mehrheit seien Lebensmittel in Deutschland sicher, betonte BVL-Präsident Helmut Tschiersky-Schöneburg. Allerdings gebe es auch Bereiche, in denen eine Gesundheitsgefahr bestehen kann oder die Verbraucher getäuscht werden. Als Beispiele nannte er keimbelastete Sprossen, falsch gekennzeichnete Fischgerichte oder die Risiken beim Lebensmitteleinkauf im Internet.

Bei dem schweren Ausbruch des Darmkeims EHEC waren im vergangenen Jahr 53 Menschen gestorben und Tausende erkrankt. Als Ursache wurden Sprossen aus Bockshornkleesamen ausgemacht. Von den 2011 untersuchten 133 Sprossenproben waren laut BVL zwar nur fünf „auffällig“. Dennoch sollten Sprossen und Keimlinge weiterhin verstärkt kontrolliert werden, erklärte Tschiersky-Schöneburg. Der EHEC-Aus­bruch habe gezeigt, dass schon eine geringe Verseuchung mit Keimen zu einem großen und schweren Krankheitsgeschehen führen könne.  

Grüne fordern Hygiene-Ampel
Als Konsequenz aus den aufgedeckten Mängeln forderten die Grünen erneut die Einführung einer Hygiene-Ampel. Damit könnten die Verbraucher auf einen Blick erkennen, „welche Betriebe sauber arbeiten und welche nicht“, erklärte Nicole Maisch, Sprecherin für Verbraucherschutz der Grünen-Fraktion im Bundestag. Sie forderte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) auf, die Grundlage für eine bundeseinheitliche Hygiene-Kennzeichnung zu schaffen.  

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte, die Beanstandungsquoten der Lebensmittelkontrolleure lägen „Jahr für Jahr im selben, unnötig hohen Bereich“. Foodwatch forderte die Bundesländer auf, „sofort“ mit einer Veröffentlichung der Kontrollergebnisse zu beginnen. Die Länder könnten hierzu Landesgesetze erlassen, die auch Hygiene-Ampeln für Gaststätten vorsehen.  

Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, hält stärkere amtliche Kontrolle und schärfere Sanktionen bei Verstößen für notwendig. Die Hygiene und damit der Schutz der Verbraucher müssten an erster Stelle stehen. © afp/aerzteblatt.de

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