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Zahnärzte setzen verstärkt auf Vorbeugung

Freitag, 9. November 2012

dpa

Frankfurt/Main – Die deutschen Zahnärzte setzen verstärkt auf Vorbeugung. Auf dem Deutschen Zahnärztetag 2012 in Frankfurt am Main definierte die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KBZV) am Freitag ihre Versorgungsziele für die nächsten Jahre neu. Alle Menschen sollten auch bei steigender Lebenserwartung ihre natürlichen Zähne bis ans Lebensende behalten, nannte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Fedderwitz als Ziel. Die bereits erfolgreiche Präventionsstrategie bei Kindern und Jugendlichen solle auf alle Lebensbereiche ausgedehnt werden.

Versorgungslücken gebe es noch bei der frühkindlichen Karieserkennung, sagte Fedderwitz. Die Hälfte aller Kariesfälle, die bei der Einschulung festgestellt werden, sei bereits in den ersten drei Lebensjahren entstanden. Außerdem forderte die KZBV, die Versorgung von Menschen mit Pflegebedürftigkeit oder mit Behinderungen zu verbessern.

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Hierzu habe die Vereinigung gemeinsam mit der Bundeszahnärztekammer und der Wissenschaft bereits vor zwei Jahren das Versorgungskonzept „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ vorgestellt. Erste Schritte zur Umsetzung habe der Gesetzgeber bereits eingeleitet.

Auf dem Deutschen Zahnärztetag forderte die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zudem Bewegung im „Dauerthema Approbationsordnung“. Diese sei nach sechsjährigen Diskussions- und Kompromissbemühungen auch in diesem Jahr nicht vorangekommen, sagte der Präsident Henning Schliephake. Einzelne Länder sollten ihre Blockadehaltung aufgeben.

Schliephake betonte, dass es dabei schließlich um die Vermittlung moderner, wissenschaftlich fundierter Konzepte für die spätere praktische Tätigkeit gehe, von der Patienten profitieren sollten. Zudem sollte von staatlicher Seite über zusätzliche Mittel in der Hochschulforschung nachgedacht werden, die ihr Geld bislang zum größten Teil nur durch Drittmittel erhalte, sagte Schliephake.

Gegen „Bevormundungsmedizin“
Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Peter Engel, warnte vor einer „staatlichen Bevormundungsmedizin“. Er plädierte nachdrücklich für das Festhalten am dualen System, aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen und wandte sich gegen eine „Bürger- oder Einheitsversicherung“. Die Folgen wären eine Einschränkung der ärztlichen Therapiefreiheit und eine Reduzierung der Leistungen auf das Nötigste, sagte er. © dapd/aerzteblatt.de

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