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Medizin

Gene erklären (teilweise) Lungenkrebs bei Nichtrauchern

Montag, 12. November 2012

Bethesda – Ein internationales Forscherteam hat neue Genvarianten entdeckt, die bei Frauen asiatischer Herkunft, die niemals geraucht haben, das Risiko auf ein Bronchialkarzinom erhöhen. Die Publikation in Nature Genetics (2012; doi: 10.1038/ng.2456) weist auf Unterschiede zum Tabakrauch-induzierten Lungenkrebs hin.

Rauchen ist die wichtigste Ursache für das Bronchialkarzinom, doch bis zu einem Viertel aller Lungenkrebspatienten hat niemals geraucht. Für sich genommen ist das Bronchialkarzinom bei Nichtrauchern die siebthäufigste tödliche Krebserkrankung. Besonders häufig ist der Krebs bei Asiatinnen, die deshalb Gegenstand einer großen genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) waren. Qing Lan vom US-National Institute of Health in Bethesda im US-Staat Maryland und Mitarbeiter verglichen darin die Gendaten von 6.600 Nichtraucherinnen, die an Lungenkrebs erkrankt waren, mit 7.500 gesunden Kontrollen.

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Das Consortium entdeckte Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) an drei Stellen: zwei auf dem Chromosom 6 und eine auf dem Chromosom 10. Interessanterweise bestand keine Assoziation mit einem SNP auf dem Chromosom 15, das in früheren Unter­suchungen mit Lungenkrebs bei Rauchern in Verbindung gebracht wurde. Tabakrauch ist dort zwar der hauptsächliche Auslöser. Genvarianten könnten aber erklären, warum einige Raucher erkranken, andere hingegen nicht.

Die Ergebnisse bestätigen erneut, dass sich die Pathogenese des Bronchialkarzinoms bei Rauchern und Nichtrauchern unterscheidet. In früheren Studien war herausge­kommen, dass zielgerichtete Medikamente wie die Tyrosinkinaseinhibitoren Gefitinib und Erlotinib bei Nichtrauchern eine bessere Wirkung erzielen. © rme/aerzteblatt.de

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