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Medizin

Leberkarzinom: Hepatitis B-Therapie verhindert postoperative Rezidive

Dienstag, 13. November 2012

Taipeh – Wenn ein hepatozelluläres Karzinom Folge einer chronischen Hepatitis B ist, sollte sich an eine kurative Leberresektion eine antivirale Therapie anschließen. Diese halbierte in einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 1906-1913) die Zahl der späteren Tumorrezidive. Die Studie wurde auch auf der Jahrestagung der American Association for the Study of Liver Diseases in Boston vorgestellt.

Beim Hepatitis B-assoziierten hepatozellulären Karzinom (HCC) kommt selten ein Tumor allein. Nach einer kurativen Resektion erkranken in Taiwan innerhalb von 6 Jahren fast die Hälfte aller Patienten erneut am HCC. Das Rezidiv geht in diesen Fällen selten vom Tumor selbst aus. Wahrscheinlicher ist, dass es infolge der chronischen Hepatitis de novo zur Entwicklung eines weiteren HCC kommt. Diese Überlegung bildet die Rationale für eine postoperative Therapie der Hepatitis B, für die heute eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung steht. Am effektivsten werden Nukleosidanaloga wie Lamivudin, Entecavir und Telbivudin eingestuft.

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Chun-Ying Wu von der nationalen Yang-Ming Universität in Taipei hat bei einer Analyse von Daten der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rung 4.569 Patienten gefunden, bei denen beim HCC eine kurative Leberresektion unternommen wurde. Darunter waren 518 Patienten, die postoperativ eine Therapie gegen die Hepatitis B erhalten hatten. Obwohl die mit Nukleosiden behandelten Patienten häufiger bereits eine Leberzirrhose aufwiesen (49 versus 39 Prozent), kam es in den sechs Jahren nach der Operation seltener zum Tumorrezidiv (21 versus 44 Prozent). Auch die Sterberate der Patienten war mit 11 versus 28 Prozent deutlich niedriger.

Da es sich nicht um eine randomisierte klinische Studie, sondern um die retrospektive Analyse von Verwaltungsdaten handelt, versucht Wu mit einer Multivariat-Analyse mögliche Verzerrungen der Ergebnisse auszuschließen. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Behandlung mit Nukleosidanaloga das Rezidivrisiko um 33 Prozent senkt.

Interessanterweise hatten auch Statine (minus 32 Prozent) sowie ASS oder nicht-steroidale Antiphlogistika (minus 20 Prozent) eine protektive Wirkung. Die Assoziation mit Statinen war bereits in früheren Untersuchungen aufgefallen. Für ASS und nicht-steroidale Antiphlogistika ist sie neu. Beweisen lässt sich die Wirkung in einer retrospektiven Studie allerdings nicht. © rme/aerzteblatt.de

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