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Medizin

Depressionen: Tanzen als Therapie für Teenager

Dienstag, 13. November 2012

Örebrö – Tanzen kann weiblichen Teenagern helfen, eine extreme Schüchternheit zu überwinden. In einer randomisierten klinischen Studie in den Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine (2012; doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.421) stuften die Teilnehmer ihren eigenen Gesundheitszustand wesentlich günstiger ein.

Einige Mädchen neigen in der Pubertät zu einer extremen Schüchternheit. Psychologen sprechen von einer internalisierenden Problemverarbeitung, die mit depressiver Stimmung, niedrigem Selbstbewusstsein und psychosomatischen Symptomen einhergeht wie Schmerzen in Kopf, Magen, Nacken, Rücken und/oder Schulter. Anna Duberg von der Universität Örebro in Mittelschweden und Mitarbeiter haben untersucht, ob ein Tanzkurs den Mädchen helfen kann. Tanzen sei bei Mädchen im Teenageralter beliebt, es fördere die körperliche Bewegung und verbessere die Körperwahrnehmung, schreibt Duberg.

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In einer randomisierten Studie wurden 112 Mädchen, die sich wegen psychosomatischer Beschwerden an eine Schulkrankenschwester gewendet hatten, auf zwei Gruppen randomisiert. Eine Gruppe nahm an einem Tanzkurs teil. Dieser fand über 8 Monate zweimal wöchentlich in einer Turnhalle statt. Unter der Anleitung verschiedener Trainer lernten die Mädchen unterschiedliche Tänze (afrikanisch, Jazz und zeitgenössisch). Dabei wurde ein therapeutischer Charakter des Tanzkurses tunlichst vermieden: Die internalisierende Problemverarbeitung wurde nicht thematisiert.

Die Tanzkurse waren bei den Teenagern beliebt, nur elf brachen den Kurs ab (davon zehn wegen zeitlicher Überschneidungen). Von den verbliebenen beurteilten 43 den Tanzkurs als positiv, 3 hatten eine neutrale Meinung und nur ein Mädchen bewertete den Kurs negativ.

In einem Fragebogen schätzten die Teenager am Ende des Kurses ihre eigene Gesundheit besser ein als in der Vergleichsgruppe, wo kein Tanzkurs angeboten wurde. Duberg führt die günstige Wirkung darauf zurück, dass die Mädchen die Intervention als angenehm und an anspruchslos empfanden – in einem wohltuenden Kontrast zum übrigen Schulstress.

Auch die Mitarbeit an den Choreographien der Tänze könnte Teil der therapeutischen Wirkung sein und schließlich sollte man nach Ansicht von Duberg die sozialen Aspekte nicht unterschätzen. Die Mädchen hätten die Gelegenheit, andere Mädchen mit ähnlichen Interessen kennen zu lernen. © rme/aerzteblatt.de

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