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Medica 2012: Kabelfreier Sensor misst Hirndruck

Donnerstag, 15. November 2012

© Fraunhofer IBMT

Düsseldorf - Experten schätzen, dass in Europa fünf bis zehn Prozent aller Demenzer­krankungen auf eine langsame Druckerhöhung im Gehirn zurückzuführen sind. Die Diagnose ist jedoch schwierig.

Menschen mit erhöhtem Risiko, an einem Hirndruck-Anstieg zu erkranken, müssen derzeit intensivmedizinisch betreut werden. Von außen wird ein Sensor durch die Schädeldecke bis zum Hirn geführt. Der Patient bleibt über Kabel mit der Messapparatur verbunden. Da der Druck im Gehirn schwankt, lässt sich die Krankheit nur nach einer längeren Messung sicher diagnostizieren. Hierfür müssen die Patienten oft für mehrere Tage oder Wochen in der Klinik bleiben.

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Medizingeräteentwickler arbeiten schon lange an einem kabelfreien Hirndrucksensor, der sich von außen über Funk auslesen lässt. Bislang ist auf dem Markt kein Produkt für eine Langzeitimplantation verfügbar. Der Grund: Die Hülle der Sensoren, die bislang meist aus biologisch verträglichem Kunststoff besteht, lässt Feuchtigkeit durch, die den Sensor innerhalb kurzer Zeit zerstört.

Forscher vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert  haben einen Sensor entwickelt, der nicht mit Kunststoff versiegelt, sondern dessen Hülle aus hochwertigem Metall gefertigt ist. Von außen ähnelt der Sensor einer dicken Knopfzelle. Er ist etwa einen Zentimeter hoch und zwei Zentimeter breit und soll künftig noch weiter verkleinert werden. In seinem Innern befindet sich ein Drucksensor aus Silizium, wie man ihn auch für anspruchsvolle Messungen in Autos einsetzt.

„Der Deckel der kleinen Metalldose ist aus einer beweglichen Metallmembran gefertigt, die auf Druckänderungen im Gehirn reagiert“, erläutert Projektleiter Thomas Velten, Leiter der Abteilung Biomedizinische Mikrosysteme am IBMT, die Besonderheit des Systems. Dieser Druck wird auf den Siliziumchip im Inneren übertragen. Über einen kleinen Funkimpuls wird der Messwert dann nach draußen zum Messgerät gesendet. Der Vorteil für den Patienten: Der längere stationäre Aufenthalt entfällt,  er kommt nur kurz für die Messung in die Klinik.

Der Sensor wird dort in Sekundenschnelle von außen ausgelesen. Er kommt ohne Batterie aus, da man ihn durch das Lesegerät aktiviert. So kann der Patient ihn über viele Monate oder mehrere Jahre tragen, ohne dass eine weitere Operation nötig ist.

Während der Messe Medica (14. bis 17. November 2012 in Düsseldorf) demonstrieren die Forscher vom IBMT am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand (Halle 10/F05) an einem Modell des Kopfes aus Glas, wie der Sensor funktioniert.

Ansprechpartner: Dr. Thomas Velten, Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT, 66386 St. Ingbert, Mail: thomas.velten@ibmt.fraunhofer.de © EB/aerzteblatt.de

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