NewsÄrzteschaftRegressgefahr bedroht ambulante Versorgung in Bayern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Regressgefahr bedroht ambulante Versorgung in Bayern

Donnerstag, 15. November 2012

München – Drohende Regresse bei der Verordnung von Arznei- oder Heilmitteln sind für viele niedergelassene Ärzte „extrem belastend“. Das hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns, Wolfgang Krombholz, kritisiert.

Er warnte, die Regressgefahr bedrohe die flächendeckende ambulante Versorgung der Patienten, weil immer weniger junge Ärzte bereit seien, unter den aktuellen Bedingungen eine Praxis zu übernehmen. „Die Wirtschaftlichkeitsprüfung gehört aus dem Sozialgesetzbuch gestrichen, damit der inakzeptable Zustand einer aus verschiedenen Gründen nicht sachgerechten Prüfpraxis beendet wird“, sagte Krombholz heute in München.

Der KV-Vorsitzende stellte eine Broschüre vor, die auf 44 Seiten erläutert, warum die Prüfungen fehl laufen. Sie bietet außerdem einen Leitfaden für Ärzte für die Argumentation im Rahmen eines Prüfverfahrens.

Anzeige

Die KV argumentiert in der Broschüre unter anderem, dass rund ein Fünftel der Hausärzte keine Verordner seien, die Statistik sie aber fälschlicherweise einbeziehe. Das ziehe die durchschnittlichen Verordnungswerte nach unten und benachteilige die wichtigen Versorgerpraxen.

„Geschützt werden sollen die hausärztlichen Versorgerpraxen, die sowohl in der Stadt als auch auf dem Land ihre Patienten gut und umfassend betreuen und dies auch weiterhin tun können sollen – und zwar ohne dieses Damoklesschwert, das bislang ihren Praxisalltag überschattet“, sagte Krombholz. © hil/aerzteblatt.de

zum Thema
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #94527
Rie-Rie
am Donnerstag, 15. November 2012, 19:11

Gilt in Deutschland zweierlei Recht?

Mir ist nicht klar, weshalb es die Regressdrohung noch geben kann, nachdem richterlich festgestellt wurde, dass Ärzte keine Angestellten der Krankenkassen sind und deshalb in ihren Therapieentscheidungen frei sind. ( Urteil zur Frage der Bestechlichkeit bei geldwertem Vorteil durch die Pharmaindustrie bei bestimmten Verordnungen ). Selbstverständlich muss jede Verordnung auf ihre Notwendigkeit sorgfältig geprüft werden, das erfordert schon die berufsrechtliche Verpflichtung alle Handlungen für und im Sinne des Patienten vorzunehmen, aber wodurch begründet sich nach dem Therapiefreiheits-Urteil noch der Regress?
LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juni 2020
Berlin – Die Zahl der Regresse in Deutschland ist tendenziell rückläufig. Das zeigt eine Abfrage des Deutschen Ärzteblatts in den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Zudem variiert die Art der
Große regionale Unterschiede bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen
7. Mai 2020
Berlin – Ärzte müssen im Fall eines Arznei- oder Heilmittelregresses in der Regel nicht mehr für die gesamten Kosten einer unwirtschaftlichen Verordnung aufkommen, sondern nur den Mehrpreis erstatten.
Entlastungen für Ärzte bei Wirtschaftlichkeitsprüfung
5. April 2019
Frankfurt am Main – Die hessischen Hausärzte wollen künftig nicht mehr selbst für aus Sicht der Krankenkasse zu viel verordnete Arznei- und Heilmittel geradestehen müssen. Die Regresse seien die
Hessens Hausärzte fordern Abschaffung der Regressverfahren
14. Februar 2019
Frankfurt am Main – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) hat den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) scharf für seine Blockadehaltung in Bezug auf die im
Scharfe Kritik am GKV-Spitzenverband
11. Februar 2019
Hannover – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) hat sich erneut für eine vollständige Abschaffung von Regressen für niedergelassene Ärzte ausgesprochen. Die Regressdrohungen schreckten
KV Niedersachsen spricht sich für vollständige Abschaffung von Arznei- und Heilmittelregressen aus
21. Dezember 2018
Berlin – Ärztliche Entscheidungen sollen künftig nur noch im konkreten Verdachtsfall überprüft werden. Man schaffe „bestimmte Regresse und die Zufallsprüfungen ab“, wie Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens
Spahn will Regresse gegen Ärzte lockern
27. November 2018
Hannover - Auch im ambulanten Bereich sind Ärzte immer wieder mit Rückzahlungsforderungen von Krankenkassen konfrontiert. Darauf hat jetzt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER