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Vermischtes

Kommunikations­defizite zwischen Arzt und Mutter nach der Geburt

Donnerstag, 15. November 2012

Gütersloh – Mütter sind mit ihrer Betreuung durch Ärzte und Hebammen hoch zufrieden, allerdings fehlt nach der Geburt oft ein Austausch zwischen Mutter und Arzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Barmer GEK und der Bertelsmann Stiftung.

Für ihre Zufriedenheit mit der Betreuung während der Schwangerschaft, vor der Geburt und im Wochenbett vergeben Mütter auf einer Skala von 1 bis 10 sehr gute Werte zwischen 8 und 9. Sie beklagen aber laut der Umfrage Defizite in der Kommunikation nach der Geburt. So sagen mehr als ein Viertel der Frauen mit einer Kaiserschnittentbindung, dass niemand mit ihnen nach der Geburt gesprochen habe.

Und wenn es eine Besprechung gab, fiel diese zumeist knapp aus: Mit Hebammen dauerte sie bei sieben Prozent der Mütter länger als dreißig Minuten, mit Ärzten waren nur zwei Prozent der Befragten länger als eine halbe Stunde im Gespräch. Noch geringer fällt die Gesprächsbereitschaft von Ärzten und Hebammen bei natürlichen Geburten aus – hier hatte ein Drittel der Frauen im Nachhinein keine Gelegenheit zu einem Gespräch.

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Derartige Gespräche zumindest bei größeren medizinischen Eingriffen hält die Gesundheitswissenschaftlerin Petra Kolip von der Universität Bielefeld für erforderlich. „Ein ausreichend langes Informationsgespräch vor der Geburt und eine gemeinsame Nachbereitung zumindest nach einem Kaiserschnitt sollte zum Standard der Geburtshilfepraxis gehören“, so Kolip.

An der Umfrage zu „Einflussfaktoren auf den Geburtsmodus: Kaiserschnitt versus Spontangeburt“ im Rahmen des Gesundheitsmonitors 2012 von Bertelsmann Stiftung und Barmer GEK hatten sich 1.504 Frauen bundesweit beteiligt, die 2011 ein Kind zur Welt gebracht hatten. Bei 491 von ihnen wurde die Geburt per Kaiserschnitt abgeschlossen. © hil/aerzteblatt.de

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