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Tuberkulose-Tests versagen bei Kindern in 93 Prozent der Fälle

Donnerstag, 15. November 2012

Kuala Lumpur – In rund neun von zehn Fällen versagen die heute gängigen Tuber­kulose(TB)-Tests bei Kindern. Bessere Diagnostika speziell für Kinder sind daher dringend nötig. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie der Hilfsorga­nisation Ärzte ohne Grenzen, die auf der 43. Weltkonferenz zur Lungengesundheit in Kuala Lumpur vorgestellt wird.

Ärzte ohne Grenzen hatte in sechs Ländern Daten von 2.451 Kindern mit gesicherter TB erhoben. Die mikroskopische Sputum-Untersuchung, also die heute am häufigsten verwen­dete diagnostische Methode, konnte nur 6,4 Prozent der TB-Fälle nachweisen. „Man kann davon ausgehen, dass viele Kinder durch das Raster fallen, schlicht weil die Krankheit nicht diagnostiziert wird. Dies führt zu unnötigen Todesfällen und Ansteckungen”, sagte Philipp du Cros, TB-Experte von Ärzte ohne Grenzen.

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Es ist bei Kindern sehr schwierig, Sputum zu gewinnen. „Ärzte und Krankenschwestern sind gezwungen, invasive und schmerzvolle Maßnahmen anzuwenden“, sagte Martina Casenghi, Spezialistin für TB-Diagnostik bei Ärzte ohne Grenzen. Darüber hinaus sei die Erkennungsrate von TB bei Kindern so niedrig, weil die Krankheit bei ihnen häufig außerhalb der Lunge auftrete und im Sputum von Kindern oft nur eine geringe Konzentration von Bakterien enthalten sei.

„Es muss dringend ein Tuberkulosetest speziell für Kinder entwickelt werden, der nicht auf der Analyse von Sputum beruht, sondern auf Proben wie Blut, Urin oder Stuhl, die leichter entnommen werden können“, sagte Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. Er forderte die Bundesregierung auf, entsprechende Forschungen stärker zu unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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