Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ebola durch Wildschweine übertragen

Freitag, 16. November 2012

Winnipeg – Die Weltgesundheitsorganisation ging bisher davon aus, dass Ebola-Viren nur durch einen direkten Kontakt übertragen werden können. Kanadische Forscher belegen jetzt aber in Scientific Reports (2012; doi: 10.1038/srep00811), dass eine Tröpfcheninfektion von Schweinen auf Primaten möglich ist.

Das Reservoir des Ebola-Virus, das in Afrika fast jährlich kleine Epidemien eines zumeist tödlichen hämorrhagischen Fiebers auslöst, konnte bisher nicht gefunden werden. Im Verdacht stehen Fledermäuse, die sich in der Nähe menschlicher Siedlungen aufhalten, und in deren Exkrementen die Viren vermutet werden. Die Übertragung soll durch den direkten Kontakt mit infiziertem Material erfolgen.

Das Team um Gary Kobinger von der Universität von Manitoba in Winnepeg bringt jetzt eine andere Spezies in die Diskussion ein: Vor drei Jahren hatten US-Forscher das Reston Ebolavirus, eine für den Menschen harmlose Variante des Ebolavirus, bei Schweinen entdeckt. Später waren in den Philippinen Antikörper gegen das Virus im Blut von Schweinefarmern nachgewiesen worden.

Kobinger hat jetzt erstmals im Experiment gezeigt, dass Wildschweine auch mit dem „echten“ Zaire-Ebolavirus infiziert werden können. Nach der Inokulation wurden die Tiere in einem Stall mit Makaken zusammengebracht. Dabei achteten die Wissenschaftler streng darauf, dass die Tiere keinen direkten Kontakt miteinander hatten. Dennoch infizierten sich alle Makaken nach wenigen Tagen mit den Ebola-Viren. Sie wurden bei den ersten Anzeichen der Erkrankung getötet. Die Viren wurden zu diesem Stadium in einem Nasenabstrich, im Epithel der Atemwege und im Blut nachgewiesen.

Kobinger vermutet deshalb, dass die Erreger per Tröpfcheninfektion übertragen wurden. Da die Schweine im Gegensatz zu Primaten nicht tödlich erkranken, kämen sie als Überträger infrage. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

29.05.17
Kinshasa – Die Demokratische Republik Kongo hat einen Test mit einem in der Entwicklung befindlichen Impfstoff gegen das lebensbedrohliche Ebolafieber genehmigt. Die Behörden in Kinshasa warteten nun......
23.05.17
Genf – Bei dem Ebola-Ausbruch im Kongo in Zentralafrika hat sich die Zahl der Fälle von 29 auf 43 erhöht. 38 davon gälten aber weiterhin nur als Verdachtsfälle, sagte ein Sprecher der......
19.05.17
Genf –Im Kongo sind neue Ebola-Verdachtsfälle aufgetreten. Insgesamt 29 Menschen könnten sich in dem zentralafrikanischen Land mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert haben, teilte die......
18.05.17
WHO: Risiko für größere Ebola-Epidemie im Kongo ist hoch
Genf – Der neueste Ebola-Ausbruch im Kongo stellt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Landesebene ein hohes Risiko dar. „Derzeit kennen wir das volle Ausmaß des Ausbruchs noch......
16.05.17
Genf – Der Ebola-Ausbruch im Kongo in Zentralafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitgehend unter Kontrolle. Die Behörden hätten 400 Menschen unter Beobachtung, die mit......
15.05.17
Zweiter Ebola-Fall im Kongo bestätigt
Goma – Im Kongo gibt es einen zweiten durch Labortests bestätigten Ebola-Fall. In der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé sind inzwischen 19 Fälle hämorrhagischen Fiebers erfasst, wie die......
12.05.17
Neuer Ebola-Fall im Kongo
Genf – Im Kongo gibt es einen neuen Ebola-Fall. In der nordöstlichen Provinz Bas-Uélé gebe es insgesamt neun Verdachtsfälle, erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute. Drei Menschen seien......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige