NewsPolitikKosten-Nutzen-Bewer­tung für vier Antidepressiva vorgestellt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kosten-Nutzen-Bewer­tung für vier Antidepressiva vorgestellt

Montag, 19. November 2012

Köln – Die vorläufigen Ergebnisse einer Kosten-Nutzen-Bewertung der Wirkstoffe Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion und Mirtazapin hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorbericht veröffentlicht. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hatte das IQWiG dabei die Kosten-Nutzen-Relation der Wirkstoffe im Vergleich zu weiteren derzeit verfügbaren Wirkstoffen und zu Placebo ermittelt.

„Das Verhältnis zwischen ihrem Nutzen für die Patienten und dem Betrag, den die Kassen dafür erstatten, weist bei den Wirkstoffen deutliche Unterschiede auf“, hieß es aus dem IQWiG. Bei allen vier Medikamenten liege der aktuelle Erstattungsbetrag über den aus den jeweiligen Effizienzgrenzen abgeleiteten angemessenen Preisen.

In die Nutzenbewertung flossen Daten aus 118 Studien ein, darunter zehn Studien, die bei der Aktualisierungsrecherche neu hinzukamen. Die meisten Studien hatten laut dem IQWiG nur Laufzeiten von rund zwei Monaten. Bei den Kosten haben die Wissenschaftler neben eigenen, auf Leitlinien gestützten Berechnungen auch Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung einbezogen. Sie berücksichtigten dabei nicht nur die Kosten für die Kassen, sondern auch Zuzahlungen von Patienten.

Anzeige

„Wir wollten testen, ob die von uns favorisierte Methode der Effizienzgrenze tauglich ist und zu belastbaren Ergebnissen führt, die für die Selbstverwaltung hilfreich sein können“, kommentierte der IQWiG-Institutsleiter Jürgen Windeler. „Und dieser Test war erfolgreich. Denn es gibt ein klares Ergebnis: Das Nutzen-Kosten-Verhältnis der vier Wirkstoffe ist sehr unterschiedlich und theoretisch müssten die Preise zum Teil erheblich sinken, um im Verhältnis zu den Therapiealternativen effizient zu sein, wie es in der Sprache der Gesundheitsökonomie heißt“, ergänzte Andreas Gerber-Grote, Leiter des Ressorts Gesundheitsökonomie im IQWiG.

Mittlerweile hat sich aber mit dem 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz die Gesetzeslage geändert: Das neue Gesetz sieht eine regelhafte Nutzenbewertung für alle neu zugelassenen Medikamente vor. Können sie einen Zusatznutzen gegenüber herkömmlichen Wirkstoffen belegen, soll der GKV-Spitzen­verband mit dem jeweiligen Hersteller über einen Erstattungsbetrag verhandeln, der diesem Zusatznutzen angemessen ist.

Können sie sich nicht einigen, wird der Betrag von einer Schiedskommission festgelegt. Hersteller oder GKV-Spitzenverband können aber eine Kosten-Nutzen-Bewertung beantragen, wenn eine der beiden Parteien mit dem Schiedsspruch nicht einverstanden ist.

„Trotz Problemen und noch offener methodischer Fragen können die Ergebnisse von Kosten-Nutzen-Bewertungen ein wichtiger Baustein sein, wenn es darum geht, über Preise zu verhandeln und Entscheidungen über Erstattungen zu treffen“, ist sich Windeler sicher. Er forderte eine Diskussion darüber, welchen Stellenwert dieser Baustein für Entscheidungen im Gesundheitssystem haben soll. „Denn auch bei unseren Berichten sollten Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen“, so der IQWiG-Leiter.  © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #98372
Thelber
am Mittwoch, 21. November 2012, 01:09

... Kurzfassung ....

.... mit 23 Seiten !!
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER