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Schmerztherapeuten entwickeln Praxis-Leitlinien gemeinsam mit Patienten

Mittwoch, 21. November 2012

Berlin – Neuland bei der Entwicklung evidenzbasierter Praxis-Leitlinien für die Diagnostik und Therapie chronischer Schmerzen betreten die Deutsche Gesellschaft für Schmerz­therapie und die Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga. Auf einer jetzt freige­schalteten Online-Plattform „dgs-praxisleitlinien.de“ können nicht nur Schmerzmediziner, sondern auch Angehörige anderer Heilberufe und vor allem Patienten und deren Angehörige die Leitlinien sichten, prüfen und kommentieren.

Die ersten beiden Praxisleitlinien „Tumorschmerzen“ und „Tumorbedingte Durchbruch­schmerzen“ stehen dafür jetzt bereit. „Sie wurden in eine auch für Nichtmediziner verständliche Sprache übersetzt“, sagte Michael Überall, Vize-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie und Präsident der Deutsche Schmerzliga.

In fortgeschrittenen Stadien ihrer Erkrankung leiden 50 bis 70 Prozent der Krebspa­tienten an starken Schmerzen. Vorhandene Leitlinien seien nicht mehr aktuell, kolli­dierten mit wirtschaftlichen Vorgaben oder seien in der Praxis nicht umsetzbar, hieß es aus der Fachgesellschaft. Hinzu komme, dass sich die Leitlinien zum Tumorschmerz vornehmlich auf Studien mit Schmerzmedikamenten stützten.

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„Dies greift zu kurz und verstößt gegen den multimodalen Anspruch einer modernen Schmerzmedizin und entspricht nicht dem multidimensionalen Leid des betroffenen Patienten“, sagte Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Darum habe die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie beschlossen, praxisnahe Leitlinien im Bereich der Schmerzmedizin zu entwickeln.

„Das Besondere an diesen Leitlinien ist, dass sie nicht nur eine Analyse der publizierten Literatur abbilden, sondern sich an der komplexen Versorgungsnotwendigkeit von Patienten mit chronischen Schmerzen orientieren und dabei im Sinne bester evidenz­basierter Medizin die Erfahrungen der Behandler wie auch der betroffenen Patienten einbeziehen“, betonte Müller-Schwefe. © hil/aerzteblatt.de

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