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Vermischtes

Deutlich mehr maligne Melanome

Mittwoch, 21. November 2012

dpa

Berlin – Seit Jahrzehnten steigen die Erkrankungsraten für das maligne Melanom in den westlichen Industrienationen deutlich. Darauf hat der Leiter des Zentrums für Krebs­register­daten am Robert Koch-Institut, Klaus Kraywinkel, gestern auf dem 2. Symposium „Brennpunkt Haut“ des IGES Instituts in Berlin hingewiesen. Mit etwa 180.000 Neuer­krankungen pro Jahr sei der Hautkrebs häufiger als Brustkrebs und Prostatakrebs zusammen.

Die häufigsten Formen seien dabei das Basaliom mit 130.000 Neuerkrankungen, das Plattenepithelkarzinom mit 30.000 und das maligne Melanom mit 18.000 Neuerkrankungen. Todesfälle infolge eines Hautkrebses seien mit etwa 3.000 Fällen pro Jahr jedoch relativ selten, sagte Kraywinkel. Vier von fünf Menschen stürben dabei am malignen Melanom.

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Metastasiertes Melanom: Prognose deutlich verbessert
Für das metastasierte Melanom ständen aber zurzeit gleich mehrere neue Therapeutika zur Verfügung, erklärte der Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Stephan Grabbe. Dadurch habe sich die Prognose des metastasierten Melanoms deutlich gebessert und damit auch die Aussichten für die Patienten auf eine zeitweilige oder gar dauerhafte Remission dieser bislang regelhaft tödlich verlaufenden Erkrankung.

Gründe für die steigende Inzidenz des malignen Melanoms in den vergangenen Jahrzehnten nannte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Eckhard Breitbart. Dazu gehörten das veränderte Freizeitverhalten der Menschen seit dem Zweiten Weltkrieg und das geänderte Schönheitsideal, das unter anderem zu einer vermehrten Nutzung von Solarien führe.

Hautkrebs-Screening effektiv
Breitbart betonte die Chancen eines Hautkrebs-Screenings, da es sich mit einem vergleichsweise geringen Kostenaufwand und einer geringen Belastung für die Betroffenen durchführen lasse. Bereits in den Jahren 2003 und 2004 hatte Breitbart mit Kollegen in Schleswig-Holstein ein Pilotprojekt zum Hautkrebs-Screening durchgeführt, auf dessen Grundlage im Jahr 2008 das bundesweite Hautkrebs-Screening ab dem 35. Lebensjahr als Kassenleistung eingeführt wurde. „Inzwischen gibt es in Schleswig-Holstein eine über 50-prozentige Reduktion der Mortalität“, betonte Breitbart.

Circa 40.000 Ärzte hätten sich mittlerweile für das Hautkrebs-Screening qualifiziert, darunter etwa 2.500 Hautärzte. „Die Dermatologen hätten das Screening auch ohne andere Fachdisziplinen durchgeführt“, sagte Breitbart. Doch dafür reiche ihre Zahl nicht aus. Nun müsse ein qualifizierter Erstuntersucher bei einem klinischen Verdacht den Patienten an einen Dermatologen zur Diagnostik überweisen. „Denn Screening ist keine Diagnostik“, so Breitbart.

Über Selektivverträge bieten manche Krankenkassen, unter anderem die Techniker Krankenkasse (TK), ein Hautkrebs-Screening auch für Menschen zwischen 20 und 34 Jahren an. „Es ist nicht verargumentierbar, die Altersgrenze bei 35 Jahren festzulegen“, erklärte Klaus Rupp von der TK. Breitbart wies jedoch darauf hin, dass infolge dieser Selektivverträge eine Evaluation des Hautkrebs-Screenings „fast unmöglich“ gemacht werde. Derzeit gebe es weit mehr als 50 Selektivverträge in diesem Bereich. Breitbart: „Wenn das Wachstum von Selektivverträgen weiter stattfindet, haben wir keine evaluierbare Masse mehr.“ © fos/aerzteblatt.de

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