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Politik

Viele Pflegedienste in Baden-Württemberg im Minus

Donnerstag, 22. November 2012

Stuttgart – Den gemeinnützigen Pflegediensten von Caritas oder Diakonie in Baden-Württemberg geht es finanziell zunehmend schlechter. Ein Drittel steckt derzeit trotz Zuschüssen in den roten Zahlen. „Seit Jahren werden die steigenden Kosten der häuslichen Krankenpflege nicht mehr auskömmlich finanziert“, sagte Heike Baehrens von der Liga der freien Wohlfahrtspflege heute in Stuttgart. Die tariflichen Löhne seien in den vergangenen neun Jahren um 17 Prozent angehoben worden, die Preise für erbrachte Leistungen aber nur um acht Prozent.

Zudem müsse man gestiegene Sachkosten wie Benzinpreise und die Verwaltung bedenken, sagte Baehrens. Gerade der Verwaltungsaufwand sei für die Pflegedienste aufgrund unterschiedlicher Leistungen der Krankenkassen sehr hoch. „Kein normaler Mensch blickt durch diesen Pflegedschungel mehr durch“, sagte Rolf Hitzler von der badischen Arbeiterwohlfahrt. Armin Picht von der Diakonie-Station in Stuttgart führte an, dass die Verschlankung der Abläufe in Pflege und Verwaltung mittlerweile ausgereizt sei. Seine Mitarbeiter müssten in immer weniger Zeit immer mehr leisten.

Träger erwägen Aufgabe von Pflegediensten
Die freien Wohlfahrtsverbände fordern deshalb vereinfachte Strukturen und die vollständige Refinanzierung der Kosten in der ambulanten Pflege durch die Kassen. Zudem sollen die Krankenkassen ärztliche Verordnungen nicht mehr durch lange „Überprüfungsschleifen“ hinauszögern.

Neben dem Drittel der Pflegedienste, die bereits jetzt trotz Zuschüssen durch Pflegevereine, Gemeinden und Kommunen in den roten Zahlen stecken, schreiben weitere 30 Prozent der Träger allein wegen dieser finanziellen Hilfen noch schwarze Zahlen.

Viele könnten die finanziellen Defizite nicht länger tragen. Laut Baehrens erwägen deshalb einige gemeinnützige Träger im Land bereits, ihren Pflegedienst aufzugeben. Sollte dies geschehen, müssten die Pflegebedürftigen notfalls stationär behandelt werden. © dapd/aerzteblatt.de

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