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MHH-Kardiologen setzen resorbierbare Gefäßstützen ein

Donnerstag, 22. November 2012

Hannover – Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) setzen Patienten jetzt erstmals bioresorbierbare Gefäßstützen (Stents) ein. „Das neue Verfahren hat den großen Vorteil, dass kein Metall als Fremdkörper zurückbleibt“, erklärte Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie. Dabei handele es sich um ein Implantat auf der Basis von Milchsäure, das zunächst ein Medikament freisetze und sich anschließend innerhalb von zwei Jahren auflöse.

Bisher sei es üblich, dass Patienten, deren Herzkranzgefäße verengt sind, Gefäßstützen aus Metall bekommen. Diese geben zwar auch ein Medikament ab, verbleiben aber im Körper und stellen laut den MHH-Kardiologen ein Risiko für Gerinnselbildungen dar.

Die meisten der rund 1.000 Patienten, die an der MHH jedes Jahr einen Stent erhalten, sind zwischen 50 und 80 Jahre alt. Es gibt aber auch wesentlich jüngere Patienten. „Gerade für sie wäre es ein großes Plus, kein Metall dauerhaft im Körper zurückzubehalten“, sagte Julian Widder, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter des Herzkatheterlabors der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

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„Nachdem sich der Stent aufgelöst hat, kann sich das Gefäß bewegen, anspannen und pulsieren. Das ist bei einem steifen Metall-Stent natürlich nicht möglich“, beschreibt Bauersachs. Er sieht noch einen weiteren Vorteil: „Manchmal müssen wir an einem Gefäß mehrere Stents hintereinander implantieren. Wenn es sich nach vielen Jahren […]trotzdem wieder verengt, können die Herzchirurgen auf ein Gefäß, das mit der neuen Methode therapiert wurde, einen Bypass aufnähen.“ © hil/aerzteblatt.de

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