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Politik

Deutsche Stiftung Organtransplantation soll neu aufgestellt werden

Freitag, 23. November 2012

Daniel Bahr © dapd

Berlin – Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) soll neu strukturiert werden – dies kündigte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) auf der Jahrestagung der DSO in Berlin an. Bahr dankte dem Medizinischen Vorstand der DSO, Günter Kirste, der regulär zum 31. Januar in den Ruhestand gehen soll, für die geleistete Arbeit.

Gleichzeitig erinnerte Bahr jedoch auch an die Debatten um die Organisation im Zusammenhang mit den Transplantationsskandalen. „Die Organspende muss in Deutschland nicht staatlich organisiert werden“, sagte er. Die Aufsichtsfunktion der Trägerorganisationen müsse jedoch gestärkt werden. Wichtig sei es ferner, wie die Aufgaben verteilt würden. „Auch die DSO muss sich einem Veränderungsprozess stellen“, betonte der Minister.   

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Grundsätzlich könne das Vertrauen der Bevölkerung in das System der Organspende und Transplantation wiedergewonnen werden, glaubt Bahr. „Wenn jetzt Fehler aufgedeckt werden, zeigt das, dass die neu ergriffenen Kontrollmaßnahmen greifen.“ Eine Erhöhung der Spenderzahlen  erhofft sich Bahr nach wie vor durch das  novellierte Transplantationsgesetz, im Zuge dessen die Krankenkassen ihre Versicherten in Zweijahresabständen über die Organspende informieren.

Der  Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery, forderte eine bessere Bündelung der Kräfte. „Wir alle – Ärzteschaft, Kostenträger, Krankenhäuser. Koordinierungsstelle und Vermittlungsstelle – tragen Verantwortung für eine positive Fortentwicklung der Transplantationsmedizin“, betonte er.

Die Selbstverwaltung habe „große Gestaltungschancen“, sagte Montgomery. Bislang habe sie Manipulationen aufgedeckt und aufgeklärt: „Wir haben kein Ermittlungsdefizit, sondern ein Umsetzungsdefizit“, erklärte er. Um Manipulationen künftig auszuschließen, habe die Selbstverwaltung das Mehraugenprinzip und interdisziplinäre Transplantationskonferenzen in den Kliniken eingeführt.

Gleichzeitig ermahnte der Präsident die Kliniken und Kassen, an Krankenhäusern mit Intensivstationen schnell Transplantationsbeauftragte einzusetzen und die Finanzierungsfrage zu klären, damit diese tatsächlich als „Verbindungsglied von Kliniken zu Transplantationszentren und der Koordinierungsstelle“ fungieren können. Deren organisatorische Einbindung in die Klinikabläufe sei entscheidend für eine Erhöhung der verfügbaren Spenderorgane. 

Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) betonte, dass auch die Krankenhäuser den Einsatz von Transplantationsbeauftragten begrüßen. Er bedauerte jedoch, dass die Kassen in den Verhandlungen über deren Finanzierung zu wenig Mittel  angeboten hätten. © ER/aerzteblatt.de

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Avatar #111295
Dark-Prinzess
am Freitag, 23. November 2012, 22:22

Organspende/Ge­sund­heits­mi­nis­ter

Ich schließe mich besonders den kritischen vorkommentierenden Arztmeinungen ebenso an!Absoluter Respekt an die sich mutige kommentirenden.
Aber Sie werden in Ihrer Option sicher:NICHT?,sich zwingen lassen müssen.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 23. November 2012, 15:59

Friede, Freude, Eierkuchen?

Ge­sund­heits­mi­nis­ter Bahr sprach auf der Jahrestagung der DSO auch von "krimineller Energie" bei den bekannt gewordenen Transplantationsskandalen, in deren Folge sich die Spenderzahlen bis September nahezu halbiert hatten. Das passt so gar nicht zu dem Dank für die geleistete Arbeit an den Medizinischen Vorstand der DSO, Professor Günter Kirste, der zum 31. Januar 2013 in Pension gehen soll.

Und auch die Klage von Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), war wesentlich konkreter, als hier berichtet: Die GKV-Kassen hätten für die Finanzierung der Transplantationsbeauftragten in 1300 Entnahmekliniken lediglich zwei Millionen Euro pro Jahr angeboten. Das wären exakt 4,21 € pro Tag und pro Klinik und damit eine enttäuschende Wertschätzung der gesamten Transplantationsmedizin.

Gleichzeitig wird die rein privatwirtschaftlich organisierte DSO in Frankfurt, jährlich mit 44 Millionen € alimentiert, nicht zwingend in eine Körperschaft Öffentlichen Rechts umgewandelt. Ein zusätzlicher Sitz für das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium im Stiftungsrat der DSO wurde verlangtt, hätte aber lediglich Alibifunktionen und ist deshalb eine schwache Forderung vom zuständigen Fachminister Daniel Bahr (FDP). Denn die geschrumpften Spenderzahlen sind wesentlich auf die Transplantationsskandale der jüngsten Zeit, eine schlechte Performance der DSO und ein untaugliches Transplantationsgesetz zurückzuführen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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