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Politik

Bahr unterzeichnet Verordnung für neues Entgeltsystem in der Psychiatrie

Montag, 26. November 2012

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) hat heute die „Verordnung pauschalierende Entgelte Psychiatrie und Psychosomatik 2013“ (PEPPV 2013) unterzeichnet. Vorangegangen waren Proteste der Krankenhäuser, von Fachge­sellschaften und Patientenverbänden. „Die Verordnung ist erforderlich, weil eine fristgerechte Einigung der Vertragsparteien auf Bundesebene auf das neue Psych-Entgeltsystem nicht möglich war“, hieß es aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG).

Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hatte den neuen Entgelt­katalog kalkuliert. Er umfasst tagesbezogene Entgelte und ergänzende Zusatzentgelte. „Der PEPP-Entgeltkatalog ist wesentlich differenzierter als das derzeitige Vergütungs­system“, so das BMG. Derzeit könne eine typische Einrichtung für die Versorgung von psychisch kranken Menschen ein bis zwei unterschiedliche Abteilungspflegesätze abrechnen.

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Dagegen umfasse der PEPP-Entgeltkatalog 2013 insgesamt 135 Entgelte für voll- und teilstationäre Leistungen und zusätzlich 75 Zusatzentgelte. Darunter seien Entgelte für die Versorgung von hochaufwändigen Patienten, für die die Einrichtungen im bisherigen Vergütungssystem keine erhöhte Vergütung erhielten. Das neue Entgeltsystem wird nach Auffassung des BMG daher die Transparenz über das Leistungsgeschehen in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen verbessern.

„Mit dem neuen Entgeltsystem wird der Weg hin zu mehr Vergütungsgerechtigkeit zwischen den Einrichtungen eröffnet“, hieß es aus dem Ministerium. Einrichtungen, die aufwendige Leistungen erbrächten, sollten diese auch besser vergütet bekommen als Einrichtungen mit weniger aufwendigen Leistungen.

Das sehen Kliniken und Ärzte anders: Sie kritisieren die Art, wie die Vergütung berechnet werden soll. So sehen die PEPP zwar Tagespauschalen vor. Diese hängen jedoch zuerst von der Diagnose und dann erst von der Schwere der Erkrankung ab. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Tagespauschalen nach einer festgelegten Behandlungszeit zu verringern. Auch dies lehnen die Fachgesellschaften ab.

Das BMG beschwichtigt die Kritik mit dem Hinweis, dass neue Entgeltsystem sei ein „lernendes System“ mit einer vierjährigen budgetneutralen Einführungsphase von 2013 bis 2016 und einer fünfjährigen Überführungsphase von 2017 bis 2021. In der budgetneutralen Phase entstünden Einrichtungen durch die Anwendung des neuen Entgeltsystems keine Gewinne oder Verluste. 2013 und 2014 könnten die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen entscheiden, ob sie von dem neuen Entgeltsystem Gebrauch machten. Ab 2015 sei die Anwendung für alle Einrichtungen aber verpflichtend. © hil/aerzteblatt.de

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mkohlhaas
am Donnerstag, 3. Januar 2013, 18:27

Ohne Worte

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kontrovers/121114-kontrovers-psychiatrie-100.html

http://www.transparenter-dialog.de/vita_dg (bis nach ganz unten scrollen)

http://www.dgbs.de/foerdermitglieder.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78522323.html
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