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In Deutschland leben rund 78.000 HIV-Infizierte

Montag, 26. November 2012

dapd

Berlin – In Deutschland leben nach einer aktuellen Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 78.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Etwa 50.000 Betroffene erhalten eine Therapie, während von den anderen 28.000 rund jeder Zweite noch gar nichts von seiner Infektion wisse, berichtete das RKI heute in seinem neuesten Epidemiologischen Bulletin. Am kommenden Samstag ist Welt-Aids-Tag.

Die Gesamtzahl der HIV-positiven Menschen steigt seit Mitte der 1990er Jahre und wird nach Angaben der Experten auch in den kommenden Jahren weiter wachsen, weil wirksame, lebensverlängernde Therapien zur Verfügung stehen. Dadurch sei die Zahl der jährlichen HIV-Neuinfektionen höher als die Zahl der Todesfälle.

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Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist seit 2004/2005 relativ konstant und schwankt nur in geringem Maße. Für das Jahr 2012 rechnet das RKI mit rund 3.400 HIV-Neuinfektionen, im vergangenen Jahr waren es 3.300. Die Zahl der Todesfälle bleibt 2012 laut der aktuellen Schätzung voraussichtlich unverändert bei etwa 550. Die am stärksten betroffene Gruppe bei den Neuinfektionen sind weiterhin Homosexuelle. Von den 78.000 HIV-Infizierten in Deutschland sind schätzungsweise etwa 51.000 Männer, die Sex mit Männern haben.  

Laut RKI ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen nicht gleichzusetzen mit den tatsächlich gemeldeten HIV-Neudiagnosen. Zwischen der HIV-Infektion, die oftmals unbemerkt erfolgt, und dem Test, mit dem eine Infektion nachgewiesen wird, kann eine erhebliche Zeitspanne liegen. Die Zahl der Neuinfektionen kann daher nur geschätzt werden.

Die stabilen Zahlen der HIV-Infektionen wertet die Deutsche Aids-Hilfe als Erfolg der Prävention. Daher sei es umso wichtiger, Mittel für die Prävention nicht zu kürzen. Gleichzeitig fordert die Aids-Hilfe, die Früherkennung von sexuell übertragbaren Krankheiten zu intensivieren.

Nach der EMIS-Studie aus dem Jahr 2010 finden diagnostische Maßnahmen in Deutschland viel zu selten statt und werden oft nicht fachgerecht durchgeführt. „Regelmäßige Checks auf sexuell übertragbare Infektionen sind ein wichtiger Baustein der HIV-Prävention bei schwulen Männern, werden aber bei Patienten ohne Krankheitsanzeichen bisher nicht von den Krankenkassen übernommen“, kritisierte Carsten Schatz aus dem Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe. Das müsse sich ändern und eine verlässliche Finanzierung von Städten und Gemeinden gewährleistet sein. © afp/EB/aerzteblatt.de

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