Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Rauchen raubt kognitive Leistungen am schnellsten

Montag, 26. November 2012

dpa

London – Von allen kardiovaskulären Risikofaktoren machen sich die Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen beim Tabakrauchen am schnellsten bemerkbar. Aktive Raucher hatten in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Age and Ageing (2012; doi: 10.1093/ageing/afs166) schon nach vier Jahren signifikante schlechtere Ergebnisse als Nichtraucher. Auch eine arterielle Hypertonie greift die geistige Leistungsfähigkeit frühzeitig an.

Die English Longitudinal Study of Ageing begleitet seit der Jahrhundertwende eine repräsentative Gruppe von 8.780 Briten im Alter über 50. Sie werden seither regelmäßig befragt. Bei der zweiten Welle 2004/2005 und der vierten Welle 2008/2009 führte eine Krankenschwester auch kognitive Tests mit den Teilnehmern durch. Aktive Raucher erzielten hier die schlechtesten Ergebnisse.

Wie Alex Dregan vom King‘s College in London berichtet, konnten sich die Raucher schon 2004/2005 in den Tests zum Kurzzeitgedächtnis die wenigsten Worte merken, sie vergaßen in einem Test zum Langzeitgedächtnis häufiger als andere, die Krankenschwester am Ende der Untersuchung an eine abgesprochene Abmachung zu erinnern. Und in einem Test zu den exekutiven Funktionen konnten Raucher in einer Minute die wenigsten Tiere spontan nennen. Damit hatten sie die schlechtesten Ergebnisse in einem kognitiven Index.

Dass sich die Auswirkungen des aktiven Rauchens bereits nach 4 Jahren bemerkbar machen, zeigt für Dregan, dass es der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für den kognitiven Abbau im Alter ist. An zweiter Stelle steht die arterielle Hypertonie. Bei Patienten mit höheren systolischen Blutdruckwerten (>160 mm Hg) kam es nach 8 Jahren zu einem signifikanten Abfall im kognitiven Index, der vor allem auf schlechteren Leistungen in den Gedächtnistest beruhte.

Hier war jetzt auch für die Risikofaktoren Adipositas, Gesamtcholesterin und diastolische Hypertonie ein tendenzieller Abfall erkennbar, weshalb es nach Ansicht von Dregan am vorteilhaftesten ist, alle kardiovaskulären Risikofaktoren zu meiden. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

11.05.17
Rauchen: Mehr Lungenkrebs­todesfälle unter ostdeutschen Frauen
Rostock – In den neuen Bundesländern werden in den nächsten Jahrzehnten deutlich mehr Frauen im mittleren Lebensalter an Lungenkrebs sterben, während die Zahl in Westdeutschland abnimmt. Dies geht aus......
28.04.17
Autismus: Rauchende Großmütter erhöhen das Risiko für ihre Enkel
Autismus vererbt sich sowohl über DNA-Mutationen im Zellkern als auch über mitochondriale DNA-Mutationen. / iQoncept, stock.adobe.com Bristol – Tabakrauchen während der Schwangerschaft zeigt seine......
21.04.17
Tabakkonsum: Schlechtes Zeugnis für Deutschland
Berlin – Deutschland gehört weltweit zu den Top Ten der Länder mit der höchsten Anzahl an Rauchern – mit fatalen Folgen: Etwa jeder siebte Todesfall ist hierzulande eine Folge des Tabakkonsums. Dies......
07.04.17
Rauchen weltweit für jeden zehnten Todesfall verantwortlich
Seattle – Rauchen ist nach der arteriellen Hypertonie der zweitwichtigste Risikofaktor für einen vorzeitigen Tod. Nach einer Analyse der Global Burden of Disease Study im Lancet (2017; doi:......
30.03.17
Auch bei starken Rauchern kann Lungenkrebs Berufskrankheit sein
Kassel – Auch bei starken Rauchern kann im Einzelfall Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden. Entscheidend ist die Frage der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Erkrankung, entschied heute......
22.03.17
Brustkrebs: Warum Rauchen die Vorteile einer Radiotherapie infrage stellen könnte
Oxford – Rauchen steigert die Gefahr, nach einer Radiotherapie des Mammakarzinoms an Lungenkrebs oder Herzversagen zu sterben. Das Zusatzrisiko könnte laut einer Studie im Journal of Clinical Oncology......
21.03.17
Schon niedrige Dosis Benzpyren im Tabakrauch erhöht Krebsrisiko
Mainz – Schon eine niedrige Dosis des im Tabakrauch enthaltenen Umweltgiftes Benzpyren schädigt die Erbsubstanz. Die Zellen passen sich jedoch an diesen Schaden an – allerdings um den Preis eines......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige