NewsMedizinAdipositas: Magenbypass heilt Diabetes oft nur vorübergehend
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Adipositas: Magenbypass heilt Diabetes oft nur vorübergehend

Dienstag, 27. November 2012

Seattle – Die bariatrische Chirurgie verspricht Typ 2-Diabetikern eine rasche Normalisierung ihres Blutzuckers. Die bisherigen US-Erfahrungen in Obesity Surgery (2012; doi 10.1007/s11695-012-0802-1) zeigen jedoch, dass es bei vielen Patienten später zum Diabetesrezidiv kommt. In den USA gibt es schätzungsweise 25 Millionen Typ 2-Diabetiker, die meisten sind übergewichtig bis adipös. Bei einer morbiden Adipositas wird heute vielen zu einem Magen-Bypass geraten.

Die Verkürzung der Resorptionsstrecke im Dünndarm erzwingt dabei eine deutliche Gewichtsreduktion, die oft eine Remission des Diabetes bewirkt (Die Normalisierung des Blutzuckers geht sogar häufig der Gewichtsabnahme voraus). In den klinischen Studien zur bariatrischen Chirurgie heilt der Diabetes in vier von fünf Fällen aus.

Erfolg nicht immer dauerhaft
In der klinischen Normalversorgung ist die Erfolgsrate geringer. Von den 4.434 Versicherten (dreier größerer US-Krankenkassen) mit morbider Adipositas (Durchschnitts-BMI 45), die sich zwischen 1995 und 2008 operieren ließen, erreichten immerhin 68 Prozent das Ziel einer Diabetes-Remission. Doch bei vielen war der Erfolg nur vorübergehend.

Anzeige

Bei mehr als einem Drittel der Patienten kam es innerhalb von 8 Jahren erneut zu einem Typ 2-Diabetes. Bezogen auf alle operierten Patienten erreichten damit nur 56 Prozent eine dauerhafte Remission. Da es ohne Operation vermutlich nur wenige geschafft hätten, ist dies nach Ansicht von David Arterburn vom Group Health Research Institute durchaus ein gutes Ergebnis. Die Operation sei jedoch keine Garantie, dass der Diabetes auf Dauer besiegt sei.

Eine Multivariat-Analyse gibt Hinweise, bei welchen Patienten es am ehesten zu einer Ausheilung des Diabetes kommt und bei welchen mit einem späteren Rückfall gerechnet werden muss. Alter und Geschlecht, vor allem aber Dauer und Schweregrad des Diabetes spielen eine Rolle. Ältere Patienten und Frauen schafften häufiger eine Remission. Bei ihnen war aber auch das Risiko auf ein Rezidiv erhöht. Ein Rückfall wurde auch durch höhere Ausgangswerte des HbA1c und eine längere Dauer der Diabeteserkrankung begünstigt. Das Ausgangsgewicht der Diabetiker war dagegen kein Prädiktor für einen Rückfall. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2020
Beer Sheva/Israel – Eine Reduktionsdiät auf der Basis der Mittelmeerkost hat in einer randomisierten Studie Körpergewicht und Bauchumfang von adipösen Menschen gesenkt und die kardiometabolischen
Grüne Mittelmeerkost lindert metabolisches Syndrom in randomisierter Studie
24. November 2020
Huelva/Spanien – Eine Hyperglykämie bei der Aufnahme ins Krankenhaus ist bei COVID-19 ein prognostisch ungünstiges Zeichen. Das Sterberisiko ist nach einer Analyse spanischer Patienten in den Annals
COVID-19: Hoher Blutzucker erhöht Sterberisiko auch bei Nichtdiabetikern
16. November 2020
Bayreuth – Handlungsleitlinien für das Glukosemanagement beim Sport für Typ-1-Diabetiker hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Othmar Moser von der Universität Bayreuth
Neue Handlungsanleitung für Sport mit Diabetes Typ 1
13. November 2020
Berlin – Diabetes ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Im vergangenen Jahr waren 7,66 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen und damit 777.000 oder knapp acht Prozent mehr als noch vor fünf
Diabetes auf dem Vormarsch
10. November 2020
Berlin – Bewegungsmangel und Übergewicht könnten in der Bevölkerung im Verlauf der Coronapandemie zunehmen – und damit auch das Risiko für einen Diabetes Typ 2. Das befürchtet der Verband DiabetesDE –
Anstieg der Typ-2-Diabetes-Zahlen in Pandemie befürchtet
5. November 2020
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat eine Information vorgestellt, die Betroffene bei der Entscheidung über die beste Behandlung des diabetischen
Neue Entscheidungshilfe zu Amputationen beim diabetischen Fußsyndrom
5. November 2020
Chicago – Die Blockade der Aldosteronwirkung durch den noch nicht zugelassenen Rezeptor-Antagonisten Finerenon hat in einer Phase-3-Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes das Fortschreiten der
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER